Spitzelaffäre
Telekom belastet Zumwinkel

In der Spitzelaffäre der Deutschen Telekom geraten Ex-Konzern-Chef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel weiter unter Druck. Ein interner Bericht rückt die beiden Manager ins Zentrum der Affäre. Für Zumwinkel ist die Beschuldigung von besonderer Brisanz.

DÜSSELDORF. Mitarbeiter der Konzernsicherheit sollen in den Jahren 2005 und 2006 illegal Telefonate von 60 Personen verglichen haben. Ziel war es, undichte Stellen zu finden, über die geheime Informationen an die Presse gelangten.

Dem Bericht zufolge haben Zumwinkel und Ricke persönlich Klaus Trzeschan, einen Abteilungsleiter der Konzernsicherheit, mit Ermittlungen gegen einen verdächtigen Aufsichtsrat beauftragt. Der Bericht wirft viele Fragen zum Verhältnis von Zumwinkel und Ricke auf der einen Seite und Trzeschan auf der anderen Seite auf.

So wurde Ende Dezember 2005 der Geschäftsverteilungsplan geändert. Das Ergebnis ermächtigte Zumwinkel und Ricke, dem Sicherheitsbeamten direkt Aufträge zu erteilen. Das aber verstößt gegen das Aktienrecht: Ein Aufsichtsrat darf nicht in der operative Geschäft eingreifen, sondern muss den Vorstand darum bitten. Dort ist auch nicht der Konzernchef zuständig, sondern der Vorstand, in dessen Verantwortung die Sicherheitsabteilung liegt – im Jahr 2005 war das der Personalbereich unter Leitung von Heinz Klinkhammer. Der aber wurde nach eigenen Angaben nicht eingeschaltet.

Im Umkreis der Telekom vermuten einige, mit der Änderung des Geschäftsverteilungsplanes sollte die bereits praktizierte Absprache zwischen Zumwinkel, Ricke und Trzeschan nachträglich legitimiert werden. Zumwinkel wollte sich am Wochenende nicht äußern. Noch vor wenigen Wochen hatte er in einem Interview seine Schuld von sich gewiesen und erklärt: „Ein Aufsichtsrat kann Mitarbeitern keine Weisung geben.“

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