Sport-Großereignisse belasteten
Pro Sieben Sat.1 steigert Gewinn

Der größte deutsche TV-Konzern Pro Sieben Sat.1 hat im saisonal schwachen dritten Quartal den Gewinn wie erwartet langsamer gesteigert als in den vorangegangenen Monaten. An seiner zurückhaltenden Prognose für den Werbemarkt und an den eigenen Gewinnzielen für 2004 hielt das Unternehmen fest.

HB MÜNCHEN. Pro Sieben Sat.1 teilte mit, der operative Gewinn (Ebitda) habe von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 21,7 Millionen Euro zugenommen. Das Ergebnis lag leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten, die 22,5 Millionen Euro erwartet hatten. Im zweiten Quartal hatte der Konzern noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 118,3 Millionen Euro erzielt. Ausblickend auf das gesamte Jahr erklärte das Unternehmen, die Gewinnerwartungen würden beibehalten, selbst wenn die Umsätze im zweiten Halbjahr insgesamt wie bereits im dritten Quartal nicht wachsen sollten. Firmenchef Guillaume de Posch erklärte, der Konzern habe sich trotz der bei öffentlich-rechtlichen Sendern übertragenen Sport-Großereignisse und der nachlassenden Konjunktur auch im dritten Quartal überdurchschnittlich gut behauptet: „Die Pro Sieben Sat.1-Gruppe hat in diesem Jahr Fahrt aufgenommen“. Das dritte Quartal ist traditionell das schwächste von Pro Sieben Sat.1. In diesem Jahr wurde das Geschäft zusätzlich durch die Übertragung von Sport-Großereignissen wie den Olympischen Spielen und der Fußball-Europameisterschaft bei öffentlich-rechtlichen Sendern belastet.

Für die ersten neun Monate wies Pro Sieben Sat.1 ein Ebitda von 209,1 Millionen Euro aus nach 83,6 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich verblieb ein Überschuss von 75,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 1,9 Millionen Euro angefallen war. Nach stagnierenden Umsätzen im dritten Quartal verbuchte ProSiebenSat.1 für die ersten drei Quartale ein Umsatzplus von vier Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Die jüngsten Misserfolge bei einigen Sendeformaten wirkten sich nach Angaben des Konzerns wirtschaftlich nicht aus, die Zuschauermarktanteile lägen über den Erwartungen.

Keine Anzeichen für bessere Stimmung bei Verbrauchern

An der zuletzt geäußerten vorsichtigeren Prognose für den deutschen TV-Werbemarkt hielt ProSieben fest. Es gebe bisher keine Anzeichen dafür, dass sich die Stimmung unter den Verbrauchern in Deutschland verbessere. Ursprünglich war Pro Sieben Sat.1 von einem Marktwachstum um zwei Prozent ausgegangen, spricht jetzt aber nur noch von einer Rate zwischen null und zwei Prozent.

„Die Gruppe selbst wird das Jahr mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten beim Umsatz abschließen und eine signifikante Ergebnisverbesserung erzielen“, bekräftigte das Unternehmen. Für das operative Ergebnis (Ebitda) geht ProSiebenSat.1 weiter von einem Zuwachs auf 330 Millionen Euro nach vergleichbar gerechneten 189 Millionen Euro im Vorjahr aus.

Analysten sagten, die Zahlen entsprächen weitgehend den Erwartungen. Peter-Thilo Hasler von der HVB bezweifelte allerdings, dass der TV-Konzern angesichts der schwachen Konjunktur seine Gewinnprognose für 2004 erfüllen könne. Im Börsenindex MDax legte der Kurs der ProSiebenSat.1-Aktie um 1,6 Prozent auf 14,60 Euro und damit stärker als der Gesamtmarkt zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%