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Pro Sieben Sat 1 kauft Sportbund Sendermehrheit ab

Pro Sieben Sat 1 in Kauflaune: Der Medienkonzern hat zuletzt das Vergleichsportal Verifox gekauft und liebäugelt mit einem Einstieg bei der Scout-Gruppe. Nun macht die Gruppe einen Deal mit dem Olympischen Sportbund.
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HannoverNach nicht einmal einem Jahr Sendebetrieb zieht sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei seinem größten Medienprojekt wieder zurück. Der Verband hat die Mehrheit an Sportdeutschland.tv an die Pro Sieben Sat 1-Gruppe veräußert. Der Verband habe gemerkt, „dass wir kein Produzent sind“, sagte am Mittwoch DOSB-Vizepräsident Stephan Abel bei einer Telefonkonferenz.

Das ehrgeizige Projekt einer eigenen TV-und Internet-Plattform für weniger populären Sportarten hat sich als zu groß für den Dachverband erwiesen. Das vom früheren DOSB-Boss Thomas Bach initiierte Projekt, das mit einem siebenstelligen Euro-Betrag angeschoben worden war, wird nun federführend von einem der größten Medienkonzerne übernommen.

„Wir werden auch in Zukunft aktiv dabeibleiben“, betonte der beim DOSB für für Wirtschaft und Finanzen zuständige Abel. Es sei aber klar gewesen, dass das Projekt „nur mit einem professionellen Partner langfristig durchzuziehen“ sei.

Pro Sieben Sat 1 hat für einen nicht genannten Preis 57,5 Prozent an dem Online-Sportsender übernommen. Der Verband hält nach eigenen Angaben nur noch 27,5 Prozent und erhofft sich durch den Verkauf eine Stärkung und eine bessere Vermarktung des Portals.

Pro Sieben Sat 1 will die Sportplattform „mittelfristig zu einer der führenden in Deutschland“ ausbauen, sagte der zuständige Manager Markan Karajica. „Sportdeutschland.tv steht ganz am Anfang bei dem Potenzial, das da ist“, betonte er. Er sieht einen „sehr, sehr großen Trend zur Sport-Berichterstattung“. Sein Unternehmen erhalte durch den Zukauf „einzigartigen Zugang zu Vereinen und Ligen“.

Kurzfristig soll die Plattform die Marke von einer Million Nutzern im Monat überschreiten. Später sollen es deutlich mehr werden. Pro Sieben Sat 1 wolle das neue Tochterunternehmen „pushen und bewerben“, versprach Karajica. Zugleich soll aber auch verstärkt Werbung bei den Übertragungen von Sportdeutschland.tv gezeigt werden, um das Projekt zu finanzieren. Gerade in diesem Bereich benötigte der DOSB dringend Unterstützung.

Karajica kündigte auch eine Zusammenarbeit mit den klassischen TV-Sendern der Pro Sieben Sat 1-Gruppe an. „Wenn wir attraktive Rechte haben, können wir sie auch im Fernsehen platzieren“, sagte der Manager. Eine Verschmelzung mit der Sat.1-Marke „ran“ - die derzeit vor allem Boxen und Football zeigt, aber die Fußball-Europa-League verloren hat - werde es aber nicht geben. „Das sind sehr unterschiedliche Positionierungen“, sagte Karajica.

Bisher zeigt Sportdeutschland.tv fast ausschließlich Disziplinen und Wettbewerbe, für die es sonst keine Nachfrage bei TV- und Internet-Anbietern wie Sky, ARD/ZDF oder Sport1 gibt. Zu den Höhepunkten gehören die Volleyball- und die Tischtennis-Bundesliga.

Zukünftig will sich der von der DOSB New Media GmbH betriebene Sender aber „für einige Highlights“ auch an Ausschreibungen beteiligen, kündigte Geschäftsführer Oliver Beyer an. Karajica unterstrich: „Wir werden versuchen, attraktiven Content zu erwerben.“

Mit dem neuen starken Partner will der bisherige DOSB-Sender laut Beyer „den Ausbau vorantreiben. Wir werden auch eigene Formate an den Start bringen.“ Das Anliegen des Verbandes bleibt bestehen: „Uns geht es darum, möglichst viel und möglichst vielfältig zu zeigen“, betonte der Geschäftsführer.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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