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12.02.2007 
Interview mit Mathias Döpfner

Springer baut Online-Geschäft aus

von Die Fragen stellte Hans-Peter Siebenhaar

Vorstandschef Mathias Döpfner treibt den Ausbau des Internet-Geschäfts des Medienkonzerns Axel Springer massiv voran. "Die Digitalisierung ist von existenzieller Bedeutung für die Zukunft und hat daher Priorität", sagte Döpfner im Interview mit dem Handelsblatt. Er sieht den Konzern im Internet in der "Beschleunigungsphase".

Springer-Chef Döpfner will ins Internet investieren, sieht aber auch Chancen für die Zeitung. Foto: apLupe

Springer-Chef Döpfner will ins Internet investieren, sieht aber auch Chancen für die Zeitung. Foto: ap

HAMBURG. Mit dem Portal "Bild.T-online" erwirtschafte das Unternehmens bereits eine zweistellige Umsatzrendite. "Auch andere Internet-Unternehmen unseres Hauses, wie Idealo oder Stepstone, sind profitabel", sagte Döpfner.

Für die Expansion des Konzerns setzt Döpfner auch auf Übernahmen. "Unsere Bilanzstruktur erlaubt uns große oder auch viele kleine Wachstumsschritte durch Zukäufe", sagte Döpfner. Entscheidend sei dabei aber nicht die Größe einer Investition. "Es geht darum, das richtige zu tun."

Herr Döpfner, welche Zeitung haben Sie heute als erste in der Hand gehabt?

Le Figaro, aber das ist atypisch. Normalerweise nehme ich Bild als erste Zeitung in die Hand.

Und waren sie schon im Internet?

Nein.

Gibt es einen Avatar von Mathias Döpfner im Second Life?

Mit dem „Avastar“ von Bild.T-Online bieten wir eine virtuelle Zeitung, Informationen und Unterhaltung für alle Avatare. Damit sind wir das erste deutsche Medienunternehmen mit einem eigenen Angebot im Second Life. Aber im Real Life ist so viel zu tun, mir fehlt die Zeit zum Leben als Avatar.

Doch als Verleger müssten Sie doch eigentlich neue Dinge ausprobieren.

Die Aufgabe des Vorstands ist es, neue, erfolgversprechende Dinge zu erkennen, anzustoßen und zu ermöglichen. Als wir vor einigen Monaten die Firma Linden Labs in den USA besucht und mit den Gründern von Second Life gesprochen haben, waren wir elektrisiert. Second Life ist kein Spiel, sondern dreidimensionales Internet. Reale und virtuelle Welten rücken zusammen und schieben sich ineinander. Das ist eine Entwicklung, die manche beunruhigt und viele begeistert.

Als Sie vor sieben Jahren in den Springer-Vorstand aufgerückt sind, waren Sie zunächst für Multimedia verantwortlich. Doch seitdem ist bei Springer vergleichsweise wenig geschehen?

Da hab ich einen anderen Eindruck.

Warum?

Als die Internetblase 2001 geplatzt ist, haben wir einige Projekte priorisiert und durchinvestiert, etwa bei Bild.de und dem für uns wichtigen Online-Rubrikengeschäft. Alle anderen Aktivitäten haben wir auf ein Minimallevel zurückgefahren, um sobald sich der Markt entwickelt wieder Gas geben zu können. Im Vergleich zu anderen Medienunternehmen haben wir dadurch sehr viel weniger Geld verloren und sind jetzt gut aufgestellt. Wie sich zeigt, war das genau die richtige Strategie.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Suche nach der Online-Nische.

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