Springer-Chef weist Kritik an ProSiebenSat.1-Übernahme zurück
Döpfner sieht Meinungsvielfalt nicht bedroht

Springer-Chef Mathias Döpfner sucht die Sorge um die Meinungsvielfalt in Deutschland angesichts der Übernahme des größten Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 zu zerstreuen.

HB HAMBURG. Döpfner sagte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, solche Sorgen seien nicht angemessen. „Wir sind ein bürgerliches, liberales Haus, liberaler als viele unserer Wettbewerber - und weil wir anders sind als der deutsche Meinungs-Mainstream, vielen ein Dorn im Auge.“ Viele hätten, wenn es um Springer gehe, alte Klischees oder Feindbilder im Kopf.

„Parteipolitische Missionsarbeit könnten wir uns gar nicht leisten, das würden uns unsere Investoren nicht durchgehen lassen“, sagte Döpfner weiter. Zu Befürchtungen, die Zeitungen und Programmzeitschriften könnten den künftig zum Konzern gehörenden Sendern Pro Sieben und Sat.1 den Vorzug vor Programmen der Konkurrenz wie RTL (Bertelsmann) geben, sagte Döpfner: „Glauben Sie, der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung würde sich von mir sagen lassen, über welche Sendungen er berichten soll?“ Er selbst werde auch nicht in Details der Programmplanung reinreden.

Die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer, das größte Zeitungshaus Europas, wird vom Bundeskartellamt, der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) und den Landesmedienanstalten geprüft. Die Bekanntgabe des Geschäfts vor gut einer Woche löste in der Öffentlichkeit eine Diskussion über die Folgen für die Meinungsvielfalt in der deutschen Medienlandschaft aus.

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