Springer verhandelt mit TF1
Bereits zahlreiche Interessenten für Pro Sieben

Der Zeitungskonzern Axel Springer versucht mit einem raschen Verkauf des Senders Pro Sieben die angestrebte Fusion mit der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 zu bewerkstelligen. Derzeit verhandelt der „Bild“-Konzern mit dem französischen Fernsehkonzern TF 1 über einen Verkauf des Spielfilmsenders. Das berichteten Verhandlungskreise gestern.

fo/hps/pk/rob DÜSSELDORF/FRANKFURT. Außerdem interessieren sich bis zu sieben Finanzinvestoren, die bereits Erfahrungen in der Medienbranche haben, für den Erwerb des bisherigen Gewinnbringers der Sendergruppe. In Finanzkreisen heißt es, unter den Kaufinteressenten seien der Premiere-Gesellschafter Permira, die US-Mediengesellschaft CME, Providence (Kabel Deutschland), Veronis Suhler Stevenson („Berliner Zeitung“) und Cinven (Fachverlag Springer).

„Die Private-Equity-Häuser haben die Hand gehoben, aber es gibt noch keine Verhandlungen“, sagte ein Banker in Frankfurt. Dafür sei der Strategiewechsel von Springer zu abrupt erfolgt. Die Übernahme sei weniger attraktiv als im Sendergruppen-Paket. Dafür dürfte der Preis wegen der geringeren Einkaufsmacht von Pro Sieben aber niedriger ausfallen. „Das ist ein Anreiz für Finanzinvestoren“, sagte ein Beteiligter. Das Interesse von TF 1, Tochter des Baukonzerns Bouygues, ist nicht neu. Die Franzosen, in Deutschland mit Eurosport präsent, stießen aber in der vergangenen Woche bei Springer noch auf taube Ohren.

Mit einem schnellen Verkauf von Pro Sieben noch vor der Übernahme der ganzen Gruppe will Springer auch die vertraglich vereinbarten Zinszahlungen an Pro-Sieben-Sat-1-Mehrheitsgesellschafter Haim Saban von annähernd 50 Mill. Euro pro Monat verhindern. „Saban will sein Geld sehen, und zwar sofort“ , heißt es in Verhandlungskreisen.

Möglicherweise wird Axel Springer bereits in der nächsten Woche die Freigabe des Kartellamts bekommen. Behördenchef Ulf Böge befürwortet indirekt einen schnellen Verkauf von Pro Sieben. Er sieht seine Aufgabe nicht darin, langwierige Entflechtungsverfahren zu beaufsichtigen. „Eine Treuhandlösung steht nicht zur Debatte“, sagte Böge dem Handelsblatt.

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