Springer-Verlag
Das Zeitungshaus ist im digitalen Zeitalter angekommen

Zum 100. Geburtstag von Axel Springer konnte der Verlag Rekordzahlen verkünden. Vorstandschef Mathias Döpfner hat das Haus digital gut aufgestellt. Jeder dritte Euro wird heute bereits im Internet verdient.
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BerlinOb als Logo auf dem Briefkopf, als Leuchtreklame auf dem Dach oder als Anstecknadel am Revers - Axel Springer (1912-1985) ist in der Zentrale von Europas größtem Zeitungshaus momentan allgegenwärtig. Zum 100. Geburtstag des Firmengründers an diesem Mittwoch (2. Mai) feiert der Verlag in Berlin sich selber und das Vermächtnis des Patriarchen mit einem Empfang für Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Sonderbriefmarke für 55 Cent ist in einer Auflage von 5,8 Millionen Exemplaren erschienen.

Das Jubiläum könnte in eine kaum bessere Zeit fallen. Vorstandschef Mathias Döpfner hat auf der Hauptversammlung den Aktionären gerade wieder Rekordzahlen verkündet. Der Umsatz legte binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn (Ebitda) kletterte um 16 Prozent auf 593 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern 289,4 Millionen Euro - knapp sechs Prozent mehr als 2010.

„Im Jahr des hundertsten Geburtstages können wir auf den erfolgreichsten Geschäftsverlauf der Unternehmensgeschichte zurückblicken“, schrieb Döpfner den knapp 13.000 Mitarbeitern. Tatsächlich ist der Medienkonzern mit dem Internet auf der Erfolgsspur. Im Ranking des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik steht Axel Springer in Deutschland an dritter Stelle nach Bertelsmann und der mit Gebühren finanzierten ARD.

Noch 2002 erwirtschaftete Axel Springer weniger als zwei Prozent der Erlöse online, heute kommt fast jeder dritte Euro aus dem Netz. Zwar bleibt das Print-Geschäft die wichtigste Geldquelle und mit einer täglichen Auflage von 2,84 Millionen Exemplaren die „Bild“-Zeitung das Konzernflaggschiff.

Doch mittelfristig will Axel Springer genauso viel digital verdienen wie im Print. Bereits 2011 lagen die digitalen Werbeerlöse höher als die Werbeerlöse der deutschen Springer-Printmedien. Mit dem jüngsten Coup, dem Kauf der Internetrechte für die Höhepunkte aller Bundesliga-Spiele, könnte der Verlag auf dem Weg zum integrierten Multimediakonzern einen großen Schritt weiterkommen.

Die Vertriebswege sind dabei Mittel zum Zweck. Der Axel-Springer-Konzern verdiene sein Geld mit Inhalten, sagt Döpfner (49). Der Konzernchef, der seine Karriere als Musikkritiker bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ begann, bleibt als oberster Manager auch Journalist und zeichnet eine direkte Linie zwischen Springers Ideen und den heutigen Konzernaktivitäten.

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Printtitel zu starken Netz-Marken ausgebaut

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