Springer-Verlag
Suche nach neuem Wachstum

Gute Nachrichten sind in der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche zurzeit rar. Umso größer war am Mittwoch die Überraschung, als Axel Springer mit positiven Zahlen aufwartete: Der "Bild"-Konzern konnte mit einem wachsenden Internetangebot und Preiserhöhungen bei den Zeitungen dem Abwärtstrend der Branche trotzen.

DÜSSELDORF. Die Erlöse wuchsen elf Prozent auf 1,34 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg mehr als sieben Prozent auf 214 Mill. Euro. Darüber hinaus kündigte Konzernchef Mathias Döpfner an, das Ebitda in diesem Jahr über den Vorjahreswert von 434 Mill. Euro steigern zu wollen. "Wir gehen davon aus, dass wir uns auch im zweiten Halbjahr von der allgemein negativen Branchenentwicklung abkoppeln können", sagte Döpfner.

Die Überraschung war perfekt. Die vinkulierte Aktie sprang gestern zeitweise über fünf Prozent nach oben und notierte am frühen Abend bei 72,25 Euro. Die Preiserhöhungen bei "Bild", "Welt" und "Hamburger Abendblatt" sowie die gut laufenden Onlinegeschäfte polierten die Halbjahresbilanz auf. Für Wachstum sorgten der Online-Marketing-Spezialist Zanox und das Frauenportal Aufeminin.com. Dieses ist trotz der Probleme im französischen Heimatmarkt eine hochprofitable Veranstaltung für Springer. Den niedrigen Aktienkurs hatte Springer zuletzt sogar genutzt, um seine Beteiligung auf knapp 80 Prozent zu steigern.

Das Internet wird für die Verlage immer mehr zum Wachstumsmotor. Deshalb war die gestrige Ankündigung Döpfners wenig überraschend, die Onlinepräsenz weiter auszubauen. Vor allem im Sport- und Jugendbereich will Springer stärker wachsen. Aber auch regionale Internetangebote sollen den Konzern beflügeln.

Flaggschiff im Internet ist das größte deutsche Unterhaltungsportal Bild.de mit durchschnittlich 4,5 Millionen Einzelbesuchern ("unique visitors") monatlich im ersten Quartal. Springer baut nun vor allem das Videoangebot des Onlineablegers aus. Nach Firmenangaben werden hier in Kürze Ausschnitte aus Spielen der Fußball-Bundesliga zu sehen sein. Springer ist dazu eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom eingegangen. Der Konzern besitzt die Internetrechte der Bundesliga.

Mit seiner Online-Offensive steht Springer nicht allein. Neben der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch das Handelsblatt gehört, setzt vor allem Burda auf das Internet. Innerhalb von drei Jahren soll hier ein Drittel des Umsatzes aus diesem Feld kommen. "Das digitale Geschäft wird eine wichtige Rolle spielen. Wir planen, spätestens im Jahr 2011 rund 30 Prozent des Umsatzes aus dem Onlinebereich zu generieren. Der Gesamtumsatz des Hauses wird dann bei zirka zwei Mrd. Euro liegen", sagte Christiane zu Salm, die seit Frühjahr dem Burda-Vorstand angehört, gestern dem Handelsblatt. Salm soll mit crossmedialen Strategien den Niedergang des Printgeschäfts bekämpfen. 2007 erzielte Burda Erlöse von 1,69 Mrd. Euro. Davon stammten 16 Prozent aus dem Internet- und TV-Geschäft.

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