Springer vor Einstieg?
Spekulationen um ProSiebenSat.1-Verkauf

HB BERLIN. Der Mehrheitseigner der Senderkette ProSiebenSat1, Haim Saban, könnte sich schneller von seinen Anteilen trennen als bislang angenommen. In einem Schreiben, das Anfang April bei den ursprünglichen Verkäufern der Senderkette einging, biete Saban eine Einmalzahlung von 15 Millionen Euro an, um sich aus einem Passus seines einstigen Übernahmevertrages herauszukaufen, berichtete das Magazin « Der Spiegel» am Samstag ohne Angabe von Quellen.

In dem Übernahmevertrag ist dem Bericht nach geregelt, dass Saban und seine Mitinvestoren ihre Anteile erst nach zwei Jahren weiterveräußern dürfen. Das wäre allerdings erst im August. Würden sie ihre Anteile vorher abstoßen, müssten sie laut Vertrag rund 80 Prozent der Mehrerlöse an den ursprünglichen Verkäufer abführen, in dem Fall der Insolvenzverwalter der zusammengebrochenen KirchMedia. Die Klausel ist laut Magazin brisant, weil sie rechtlich nicht eindeutig zu klären scheint, ob sogar schon frühzeitige Verkaufsverhandlungen die Ansprüche der Alteigentümer auslösen könnten.

Die 15 Millionen Euro will Saban laut «Spiegel» fließen lassen, wenn der Vertragspassus so geändert werde, dass Saban ab sofort und ganz offiziell mit Interessenten wie Axel Springer Verhandlungen aufnehmen kann.

Bereits am kommenden Montag wollen sich die Mitglieder des Gläubigerausschusses abstimmen. Wichtige Mitglieder tendierten offenbar zu einer Annahme. Saban selbst dementierte gegenüber dem Magazin eventuelle Verkaufsabsichten. «Meine Anteile stehen nicht zum Verkauf», zitiert das Magazin den Geschäftsmann.

Ende Januar war der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, nach Los Angeles gereist um mit Saban über einen Einstieg bei ProSiebenSat.1 zu reden.

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