Springer weigert sich nachzubessern
Springer sieht TV-Übernahme im Plan

Der Zeitungskonzern Axel Springer sieht die Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 weiter im Plan. Am Freitag hatte der Vorstand und der Aufsichtsrat der Münchener Sendergruppe das Angebot von 14,11 Euro für die Vorzugsaktionäre gerügt.

MÜNCHEN. Der Zeitungskonzern Axel Springer (u.a. „Bild“) sieht die Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 weiter im Plan. „Alles entspricht unseren Erwartungen“, sagte eine Unternehmenssprecherin am Wochenende. Am Freitag hatte der Vorstand und der Aufsichtsrat der Münchener Sendergruppe das Angebot von 14,11 Euro für die Vorzugsaktionäre gerügt. Die Offerte entspreche zwar den gesetzlichen Vorgaben, aber es spiegele nicht dem vollen Wert der Papiere wider, teilte Pro Sieben Sat 1 mit. Zuletzt hatte die amerikanische Bank Lehman Brothers, aber auch Analysten höhere Kursziele ausgemacht.

Vorstand und Aufsichtsrat verzichteten trotz der Kritik auf eine Empfehlung an die Aktionäre. In Springer-Kreisen hieß es, der Vorstand des TV-Konzerns habe sich erwartungsgemäß verhalten. Der Konzern werde sein Angebot dennoch nicht erhöhen. Der Aktienkurs des vom Filmhändler Leo Kirch gegründeten TV-Konzern lag zuletzt knapp über dem Angebot von Springer. Am Freitag stieg die Pro Sieben-Aktie um 0,4 Prozent auf 14,35 Euro.

Die Kritik der Pro 7 Sat 1-Führung an der Springer-Offerte verblüfft die Branche nicht. „Das ist eine formelle Sache. Schließlich ist der Vorstand allen Aktionären verpflichtet“, sagte ein ehemaliges Pro-Sieben-Vorstandsmitglied in München. „Springer braucht eben nur die Stammaktien“, sagt Peter-Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank. Würden viele Vorzugsaktionäre auf das Angebot eingehen, müsste Springer mehr Bargeld aufbringen, so Hasler. Jetzt müssen die Vorzugsaktionäre auf das Umtauschangebot warten, dass Springer den Anteilseignern im kommenden Jahr präsentieren wird. Wer bis dahin nicht verkauft hat, muss tauschen.

Der „Bild“-Konzern hatte sich Anfang August mit der Finanzinvestorengruppe um den schillernden Hollywood-Milliardär Haim Saban nach monatelangen Ringen auf die Übernahme der Sendergruppe geeinigt. Die stimmberechtigten Stammaktien bezahlt Springer überwiegend in bar. Zum Abkommen gehört auch ein Angebot für die freien, nicht stimmberechtigten Aktionäre, das sich am Kurs der Vorzugsaktien in den drei Monaten vor dem Übernahmeangebot orientiert.

Wenn es nach dem Willen von Europas größtem Printkonzern geht, wird Springer im nächsten Jahr mit Pro Sieben Sat 1 verschmolzen. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien der Sendergruppe würden bei einer Fusion dann in neue Vorzugsaktien von Springer umgetauscht.

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