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05.01.2009 
Zukauf

Springer will in Polen Wirtschaftsblatt kaufen

von Hans-Peter Siebenhaar

Der Medienkonzern Axel Springer plant den Einstieg bei der polnischen Wirtschaftszeitung "Rzeczpospolita". Der "Bild"-Konzern ist nicht der einzige Bewerber für die Nummer fünf auf dem polnischen Markt - drei polnische und ein tschechischer Verlag wollen in den Bieterwettbewerb einsteigen.

Der deutsche Springer-Verlag, der in Polen bereits zwei Zeitungen besitzt, würde sich durch den Zukauf der Rzeczpospolita weiter verstärken. Foto: ReutersLupe

Der deutsche Springer-Verlag, der in Polen bereits zwei Zeitungen besitzt, würde sich durch den Zukauf der Rzeczpospolita weiter verstärken. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. "Wir interessieren uns für das angesehene Blatt und werden ein Angebot abgeben", sagte eine Konzernsprecherin am Wochenende. Zu einem möglichen Kaufpreis machte Springer auf Anfrage keine Angaben.

Doch der "Bild"-Konzern ist nicht der einzige Bewerber. Außerdem wollen nach Agenturangaben drei polnische und der tschechische Verlag Respekt Media in den Bieterwettbewerb einsteigen. Respekt Media gehört dem tschechischen Milliardär Zdenek Bakala.

Nach Informationen des Handelsblatts erzielte "Rzeczpospolita", die Nummer fünf auf dem polnischen Zeitungsmarkt, zuletzt Erlöse von 70 Mio. Euro. Allerdings schreibt das Blatt mit einer Auflage im dritten Quartal von 152 000 Exemplaren rote Zahlen. Offiziell werden vom Verlag keine Angaben zu Umsatz und Gewinn gemacht.

Der polnische Staat will bis 23. Januar seinen 85-prozentigen Anteil an dem defizitären Unternehmen PWR veräußern. PWR hält wiederum annähernd 49 Prozent am Verlag Presspublica, in dem das Wirtschaftsblatt "Rzeczpospolita" und das Wirtschaftsmagazin "Parkie" erscheinen. Mehrheitsaktionär ist der krisengeschüttelte Medienkonzern Mecom des umstrittenen britischen Verlegers David Montgomery.

In der Branche wird spekuliert, ob Mecom sich angesichts massiver wirtschaftlicher Probleme nicht auch von seiner Beteiligung in Polen trennen will. Im Fall einer Verkaufsabsicht stünde Axel Springer bereit, auch diesen Anteil zu übernehmen. "Sollte Mecom seine Beteiligung verkaufen wollen, ist das für uns interessiert - wenn der Preis stimmt", sagte eine Konzernsprecherin auf Anfrage.

Mecom und Axel Springer kennen sich gut. Denn Montgomery verlegt die "Berliner Zeitung", die seit dem Einstieg des ehemaligen Journalisten nicht mehr zur Ruhe kommt. Axel Springer ist in Berlin mit seinen Blättern "Berliner Morgenpost", "BZ", "Bild" und "Welt" der Marktführer. Auch der tschechische Medienunternehmer Bakala mit seinem Verlag Respekt Media wäre zu einer Übernahme der 51 Prozent von Mecom bereit. Das bestätigte ein Konzernsprecher.

Mit einem Zukauf im Bereich der Wirtschaftspublizistik würde sich Springer in Polen verstärken. Mit dem Marktführer "Fakt" (Auflage 484 000 Exemplare) und der Qualitätszeitung "Dziennik" (Auflage 156 000 Exemplare) haben die Deutschen bereits eine starke Stellung.

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