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05.05.2008 

Außer den finanziellen Schwierigkeiten hat der US-Konzern auch einen Berg technischer Probleme. "Sprint Nextel steht bereits jetzt vor der fast unlösbaren Aufgabe, zwei sehr unterschiedliche Netzwerke zu integrieren", sagt Craig Moffett, Telekom-Analyst beim Investmenthaus Sanford C. Bernstein in New York. So soll eine Technik von Nextel, die aus dem Handy praktisch ein "Walkie-Talkie" macht, in die Welt von Sprint überführt werden. Doch Sprint arbeitet mit einem anderen Standard (CDMA) und hat die Nextel-Technik bis heute nicht komplett umgestellt. "Mit T-Mobile käme der GSM-Standard noch hinzu, das schafft riesige Integrationsprobleme", warnt Moffett.

Schwierigkeiten hat Sprint auch mit der Justiz, ein US-Bundesrichter entschied am Wochenende, dass der Konzern bestimmte Frequenzen seines Mobilfunk-Spektrums bis zum 26. Juni an staatliche Behörden abgeben muss, um die Auflagen der Federal Communications Commission (FCC) zu erfüllen. "Das könnte zu einem Chaos bei den Kunden führen", sagt Analyst Moffett. Die schwierige Nextel-Integration hat Sprint auch personell geschwächt. Im Oktober 2007 gab Konzernchef Gary Forsee auf, er wurde erst nach monatelanger Suche durch Daniel Hesse ersetzt. Der startete ein neues Sparprogramm und kündigte Anfang des Jahres den Abbau von 4 000 Arbeitsplätzen an.

Die Telekom wäre also ein willkommener Retter. Die Hürden für eine transatlantische Übernahme wären jedoch enorm. Der Zusammenschluss des drittgrößten und viertgrößten Mobilfunkanbieters werde die Kartellwächter auf den Plan rufen, sind sich Finanzkreise sicher. Der US-Markt gelte bei den Wettbewerbshütern bereits jetzt als "konzentriert", jede neue Fusion würde lange Untersuchungen und womöglich hohe Auflagen nach sich ziehen. Außerdem müssten die Deutschen damit rechnen, dass sich auch Politiker und Sicherheitsbehörden in Washington den Deal genau ansehen würden. Berührt der Verkauf eines Telekomanbieters doch grundsätzlich die nationalen Sicherheitsinteressen der USA und würde vermutlich vom Committee on Foreign Investment in the US (CFIUS) geprüft.

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