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06.05.2008 
US-Mobilfunkmarkt

Sprint plant offenbar Abspaltung von Nextel

von Torsten Riecke

Kommt drei Jahre nach der Fusion die Scheidung? Beim Mobilfunkanbieter Sprint denkt man wohl daran, sich vom Partner Nextel zu trennen, mit dem man erst 2005 zusammengegangen war. Doch ob das allein dem Unternehmen aus der Krise hilft, ist zweifelhaft. Auch Technik und Gerichte machen dem Anbieter zu schaffen.

Nextel könnte bald wieder auf sich allein gestellt sein. Foto: apLupe

Nextel könnte bald wieder auf sich allein gestellt sein. Foto: ap

NEW YORK. Die Übernahmespekulationen um den amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint Nextel haben eine überraschende Wendung genommen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" denkt der Konzern intensiv darüber nach, Nextel abzutrennen oder zu verkaufen und damit die 35 Mrd. Dollar teure Fusion aus dem Jahre 2005 rückgängig zu machen. Nach Angaben der US-Zeitung versucht die Firma Cyren Call des ehemaligen Nextel-Gründers Morgan O'Brien eine Investorengruppe für den Rückkauf des Konzernteils zusammenzustellen. Das Journal beruft sich dabei auf Unternehmenskreise.

Sprint und Nextel hatten sich vor drei Jahren zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Amerika zusammengeschlossen. Das Duo hatte jedoch von Beginn an mit enormen Problemen zu kämpfen. Unterschiedliche Mobilfunkstandards und der harte Wettbewerb auf dem US-Markt machen insbesondere der früheren Nextel zu schaffen. So hat der Anbieter innerhalb von zwei Jahren mehr als drei Millionen Kunden verloren.

Durch eine Abspaltung von Nextel wäre Sprint nicht nur sein größtes Problem los, sondern könnte sich auch für eine Übernahme zum Beispiel durch die Deutsche Telekom herausputzen. Die Spekulationen um eine Übernahme durch den Ex-Monopolisten aus Deutschland haben dem US-Konzern an der Börse einen kräftigen Schub versetzt. Nach einem Kurseinbruch von 40 Prozent in diesem Jahr stieg die Aktie in New York gestern um mehr als 13 Prozent.

Eine Übernahme durch die Telekom wäre für Sprint Nextel vermutlich die letzte Chance. Der mit rund 54 Millionen Kunden drittgrößte Mobilfunkanbieter in Amerika steckt seit der Fusion in der Krise. Kunden laufen seit Monaten zu den stärkeren Konkurrenten Verizon und AT&T über. Auch finanziell steht Sprint Nextel mit dem Rücken zur Wand. Analysten erwarten für das erste Quartal einen Konzernverlust von fast einer halben Milliarde Dollar. Der Umsatz ist zuletzt von 41 auf 40 Milliarden Dollar gesunken. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Bonität vergangene Woche auf den Status von Ramsch-Anleihen herunter. Im letzten Quartal 2007 musste der Konzern fast den gesamten Kaufpreis für Nextel abschreiben und einen Buchverlust von fast 30 Milliarden Dollar in Kauf nehmen, der aktuelle Marktwert von Sprint Nextel beträgt noch etwa 22,5 Milliarden Dollar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Muss Sprint Frequenzen abgeben?

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