Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet
Betriebsspionage-Affäre bei HP

Der US-Computerhersteller Hewlett Packard kämpft mit einem Spionagefall. Nun hat sich auch die kalifornische Justiz eingeschaltet. „Die Untersuchung dauert seit mehreren Monaten an“, sagte Justizminister Bill Lockyer der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe bereits Vorladungen für mehrere Parteien ausgestellt.

HB SAN FRANCISCO. In dem Fall geht es um unerlaubte Weitergabe von Firmeninterna und Datenspionage. Bei einer innerbetrieblichen Untersuchung sei herausgekommen, dass Direktoriumsmitglied George Keyworth unautorisiert Einzelheiten über Beratungen des Führungsgremiums über den Rücktritt von Firmenchefin Carly Fiorina weitergegeben habe, teilte HP mit. Bereits Anfang 2005 hatte deswegen HP die interne Untersuchung gestartet, um das Leck im Verwaltungsrat zu finden. HP-Aktien verloren am Donnerstag im frühen Handel 1,3 Prozent auf 35,40 Dollar.

Im Mai wurde Keyworth nach Informationen von HP dazu aufgefordert, sein Mandat im Verwaltungsrat niederzulegen - was dieser ablehnte. Nur wenige Tage später legte der in den USA bekannte Investor Tom Perkins im Streit mit HP-Chairman Patricia Dunn sein Direktoriums-Mandat nieder. Er gab an, mit der Art unzufrieden zu sein, wie sie mit dem Skandal umging.

Perkins wirft HP und dem Detektiv nun vor, bei der Untersuchung unzulässigerweise Telefondaten und E-Mails ausspioniert und gespeichert zu haben. Dabei habe es sich um „pretexting“ gehandelt, erklärte HP in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. Bei dieser Methode werden etwa Telefondaten unter Vortäuschung einer falschen Identität ausspioniert. „In diesem Fall sind möglicherweise zwei Gesetze verletzt worden, die zu einer Strafverfolgung führen können“, sagte Lockyer. Dabei handle es sich um Identitätsklau und illegale Datenbeschaffung.

Das „pretexting“ ist in den USA weit verbreitet. Derzeit werde in fünf anderen Fällen ermittelt, sagte Lockyer. Namen der beteiligten Unternehmen nannte er nicht. Die Methode ist in den USA nicht verboten. Das Parlament hatte in diesem Jahr über ein entsprechendes Gesetz nachgedacht. Der Entwurf wurde jedoch verzögert, vermutlich, weil die US-Sicherheitsbehörden Bedenken angemeldet hatten.

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