Staatsfonds stecken Milliarden in den Chipkonzern
Araber retten AMD

Der hoch verschuldete amerikanische Halbleiterproduzent Advanced Micro Devices (AMD) flüchet in die Arme von zwei Staatsfonds aus Abu Dhabi. Das schwer angeschlagene Unternehmen teilte mit, die Araber würden mindestens sechs Milliarden Dollar investieren. Zudem lagert AMD das Werk in Dresden aus.

MÜNCHEN. Die Firma aus Kalifornien kündigte an, sich aufzuspalten. Die beiden Werke des Konzerns in Dresden werden künftig in einem Joint-Venture zusammen mit den Arabern geführt. Dieses Gemeinschaftsunternehmen soll auch eine neue Fabrik in den USA bauen. AMD selbst will sich künftig ganz auf die Chipentwicklung konzentrieren. „Wir schaffen damit eine Firma, die finanziell besser dasteht und einen eindeutigen Schwerpunkt hat“, sagte AMD-Chef Dirk Meyer.

Angesichts tiefroter Zahlen wurde in der Chipbranche bereits seit Monaten über die Zerschlagung von AMD spekuliert. Wie schlimm es um das Unternehmen steht, zeigen die Zahlen des zweiten Quartals: Bei 1,35 Mrd. Dollar Umsatz lief ein Verlust von knapp 1,2 Mrd. Dollar auf. Es war das siebte Quartal in Folge mit roten Zahlen. Dazu lasten auf dem Konzern mehrere Mrd. Dollar Schulden.

AMD teilt sich gemeinsam mit dem Rivalen Intel das Geschäft mit Prozessoren. Diese kleinen elektronischen Bauteile werden in jeden Computer eingebaut, sie sind sozusagen das Gehirn der Rechner. Allerdings sind die Gewichte extrem ungleich verteilt. Intel, der größte Chiphersteller der Welt, und steht für rund 80 Prozent des Marktes. AMD kam zuletzt nur auf einen Anteil von 13 Prozent. Allerdings sind das nach Berechnungen der Analysten von I-Suppli 2,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im Gegensatz zu AMD ist Intel hoch profitabel und konnte im zweiten Quartal mit 1,6 Mrd. Dollar mehr Gewinn verbuchen als AMD Umsatz.

Der Produktionsstandort in Dresden gehört somit künftig zu dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das zunächst unter dem Namen „The Foundry Company“ firmieren soll. Die neue Firma werde zum Start 3000 Mitarbeiter haben, davon rund 2800 in der sächsischen Landeshauptstadt, teilte AMD mit. Bislang fertigen die Amerikaner fast alle ihrer Prozessoren an der Elbe.

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