Ziebarts Sanierung lässt sich allerdings nur dann als Erfolg verbuchen, wenn Infineon künftig Quartal für Quartal einen Gewinn erzielt und es keine so großen Ausschläge mehr gibt wie bisher. Denn Infineon hat auch in den vergangenen Jahren immer wieder gut verdient. Oft folgten aber auf satte Gewinne noch höhere Verluste.
Dass ein einigermaßen stabiler Geschäftsverlauf kein Hexenwerk ist, zeigen Wettbewerber wie ST Microelectronics, der führende europäische Chipkonzern. Das französisch-italienische Unternehmen gehört zwar auch nicht zu den profitabelsten der Branche. Aber die Ergebnisse schwanken weit weniger als bei Infineon.
Für Infineon sind stetige Gewinne eine Frage des Überlebens. Denn nur wenn der Konzern zu Firmen wie ST Microelectronics aufschließt, wird das Unternehmen langfristig bestehen. Dies liegt allein schon an den riesigen Investitionen in neue Produkte und moderne Werke, die sich in der Halbleiterbranche nur gesunde Wettbewerber leisten können. Dazu kommt, dass Kooperationen immer wichtiger werden. Nur als erfolgreicher Anbieter ist Infineon für Partner auf Dauer attraktiv.
Wenn die Sanierung jedoch im letzten Moment noch scheitert, dann wird es nicht lange dauern, ehe Konkurrenten oder Finanzinvestoren kommen, den Chiphersteller aufspalten und sich die besten Stücke schnappen.

