„Stadt-Anzeiger“ und „Express“: DuMont legt Kölner Redaktionen zusammen

„Stadt-Anzeiger“ und „Express“
DuMont legt Kölner Redaktionen zusammen

Die DuMont Mediengruppe legt die Redaktionen ihrer beiden Kölner Titel „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ zusammen. Dabei will sich das Unternehmen auch von Mitarbeitern trennen. Die Gewerkschaft warnt.
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KölnDie DuMont Mediengruppe legt die Redaktionen ihrer beiden Kölner Titel „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ zusammen, plant dabei aber auch mit einem Stellenabbau. Das gab das Verlagshaus am Donnerstag bekannt. Es bleibe auch im neuen Newsroom bei den beiden traditionellen Marken. Möglich sei aber der Austausch von Inhalten in den großen Ressorts wie Lokales und Sport. Nicht mehr getrennt werden Aufgaben wie Video-, Grafik, Foto, Datenanalyse oder die Suchmaschinenoptimierung, hieß es weiter.

Derzeit arbeiten 250 Redakteure für die beiden Titel, es sollen bis zu 18 Stellen abgebaut werden. Ein Sozialplan werde erstellt. Ziel der neuen Kooperation unter einem Dach sei es, die „unverwechselbare Identität“ der beiden Titel zu erhalten und die „Markenstrategie“ weiter zu „schärfen“.

Geleitet werden die Newsteams vom Verlags- und neuen „General Manager“ Thomas Kemmerer, Chefredakteure sind Carsten Fiedler („Kölner Stadt-Anzeiger“) und Constantin Blaß, der spätestens zum 1. Juli als neuer Chefredakteur das Ruder beim „Express“ in die Hand nehmen soll. Fiedler war erst vor einem Monat vom „Express“ an die Spitze des „Kölner Stadt-Anzeigers“ gewechselt.

„Eine intensivere Kommunikation zwischen den Titeln, gemeinsame Rollen vor allem für das Digitale und die Möglichkeiten der Echtzeitanalyse verschaffen uns deutlich mehr Freiraum, um neue Ideen, Formate und Produkte zu entwickeln“, sagte Fiedler über das neue Modell am DuMont-Stammsitz. Auch er soll mit seinem neuen Counterpart Blaß im geplanten Newsroom enger zusammenarbeiten. DuMont will die Planungen bis zum Herbst umsetzen.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat Zweifel an der Strategie DuMonts. Die Zahl der Synergieeffekte bei einem gemeinsamen Newsroom sei begrenzt, solange jede Zeitung ihren Markenkern behalten wolle, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner in Berlin. „Und wer wie von DuMont erhofft mehr Qualität anstrebe, der kann das auch nicht durch einen Abbau von Stellen erreichen.“

Eine ähnliche Kooperation hatte DuMont zuletzt für die Berliner Titel angekündigt. Allerdings wurde dort eine neue Gesellschaft gegründet, die Redakteure müssen sich auf Stellen neu bewerben und mit Interessenten von außen konkurrieren. Nun sollen sie gemeinsam für den „Berliner Kurier“ und die „Berliner Zeitung“ produzieren. 50 Stellen sollten in den beiden Redaktionen gestrichen werden.

Zur Mediengruppe gehören neben den Berliner und Kölner Titel auch die „Mitteldeutsche Zeitung“ und die „Hamburger Morgenpost“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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