Standardprodukte
Epcos wandelt sich zum Nischenanbieter

Der Münchener Elektronikanbieter Epcos verabschiedet sich aus dem Geschäft mit Standardprodukten. „Wir werden uns künftig stärker auf kunden- und anwendungsspezifische Angebote konzentrieren“, sagte Epcos-Chef Gerhard Pegam gestern in München. Durch die Nischenstrategie verspricht sich der Manager „unterm Strich bessere Ergebnisse“.

jojo MÜNCHEN. Es gelinge der früheren Siemens-Tochter immer weniger, in der Massenproduktion mit Anbietern aus Niedriglohnländern mitzuhalten, begründete Pegam den Strategieschwenk. Epcos werde sich künftig auf seinen Heimatmarkt in Europa fokussieren sowie auf die lukrative Auto- und Industrieelektronik.

Pegam steht unter Druck, endlich wieder einen Gewinn vorzuweisen. In dem am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr musste der Hersteller passiver elektronischer Bauelemente einen Verlust von 119 Mill. Euro hinnehmen. Der Umsatz sank um 13 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Durch ein Bündel von Maßnahmen will Pegam das Unternehmen wieder auf die Beine bringen. Das defizitäre Geschäft mit Tantal-Kondensatoren soll in den nächsten Monaten verkauft werden. Von den 2 000 Mitarbeitern hier zu Lande müssen in den nächsten drei Jahren bis zu 450 gehen. Schon heute arbeiten sieben von zehn Epcos-Mitarbeitern in Niedriglohnländern. Mit dieser Quote seien die Münchener von den Kosten her aber immer noch nicht konkurrenzfähig, sagte Pegam. Für das gerade begonnene Geschäftsjahr verspricht der Unternehmenslenker ein ausgeglichenes Ergebnis. Die Preise für die Bauelemente, die in elektronische Geräte wie Handys eingebaut werden, seien zuletzt nicht mehr so stark gefallen wie in den Monaten zuvor, betonte Pegam. Analysten bezweifeln, dass Epcos der Umschwung gelingt. Die Experten der Hypo-Vereinsbank urteilten gestern, es sei wenig Aufwärtspotenzial zu erkennen.

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