Standorte bleiben
Prinovis stellt sich auf

Bei der Zusammenführung der deutschen Druckereien von Arvato Bertelsmann, Axel Springer und Gruner + Jahr unter dem Dach des neuen Tiefdruckkonzerns Prinovis soll es keinen fusionsbedingten Stellenabbau geben, sagte Vorstandschef Stephan Krauss am Dienstag in Hamburg.

HB HAMBURG. „Was wir tun werden, wird sich im Rahmen der normalen Fluktuation von ein bis zwei Prozent bewegen.“ Die Prinovis Ltd. & Co. KG mit Firmensitz in Hamburg beschäftigt 4300 Mitarbeiter und kommt auf rund 1,0 Mrd. € Umsatz.

Die EU-Kommission hatte den Zusammenschluss der Tiefdruckbetriebe, im Mai 2005 genehmigt. arvato Bertelsmann und Gruner + Jahr halten jeweils 37,45 % an Prinovis, die Axel Springer AG 25,1 %. Neben den Standorten Itzehoe und Ahrensburg (beide Schleswig- Holstein), Dresden, Nürnberg und Darmstadt sollen von 2006 an auch in Liverpool Erzeugnisse wie Kataloge, Magazine oder Werbebroschüren gedruckt werden. Dort werden rund 170 Mill. € investiert. „Wir sind kein Haus- und Hofdrucker der Gesellschafter“, sagte Krauss. Ihr Auftragsanteil liege unter 30 %, der Rest komme von außerhalb.

Die deutschen Druck-Standorte bleiben erhalten, es werde aber eine stärkere Spezialisierung geben, sagte Krauss. „Wir verfolgen eine klare Wachstumsstrategie.“ Der Manager erwartet - „konservativ gerechnet“ - ein Wachstum von jährlich bis zu 3,0 %. Dazu sei angesichts rückläufiger Erlöse von bis zu 2,0 % jährlich ein Mengenwachstum von 5,0 bis 7,0 % erforderlich. Potenzial dabei sieht Krauss vor allem im Ausland. So will Prinovis ein Sechstel des britischen Marktvolumens von 900 000 Tonnen via Liverpool abdecken. Ein langfristiger Vertrag mit der Mediengruppe News International („The Times“) laste den Betrieb zu 70 % aus. Im europäischen Illustrationsdruck sieht sich Prinovis mit einem Marktanteil von 9,0 % führend vor Quebecor (Kanada) und der britischen Polestar.

Die veränderten Katalogkonzepte des von der Konsumflaute gebeutelten deutschen Versandhandels haben sich auch auf die Tiefdruckbranche ausgewirkt. Sie muss sich darauf einstellen, mehr Kataloge in kleineren Umfängen statt dicker Hauptkataloge zu drucken. Frühestens Ende 2006 werde der Tiefdruck diesbezüglich Klarheit haben, meinte Krauss. Er erwartet aber, dass die zu druckende Menge gleich bleiben wird. Die operative Integration der deutschen Druckereien soll Ende 2006 abgeschlossen sein, der Aufbau einer gemeinsamen Unternehmenskultur werde drei bis fünf Jahre benötigen, ergänzte der Unternehmenschef.

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