Standortschließung: Hewlett-Packard streicht 1100 Stellen in Deutschland

Standortschließung
Hewlett-Packard streicht 1100 Stellen in Deutschland

Meg Whitman kämpft bei Hewlett-Packard gegen einen schrumpfenden PC-Markt und strafft auch das restliche Geschäft. Zehntausende Stellen werden gestrichen. Jetzt ist klar, welche Folgen das für Deutschland hat.
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FrankfurtDer IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) wird seinen Dienstleistungsstandort Rüsselsheim bis Ende des Geschäftsjahres 2013 schließen. Das wurde heute in einer Aufsichtsratssitzung der deutschen Landesgesellschaft beschlossen. Betroffen sind 1100 Mitarbeiter, von denen etwa 250 zu einem Großkunden und zu Partnern wechseln werden. „Uns ist bewusst, dass das für die Betroffenen ein sehr schmerzhafter Schritt ist“, sagte Volker Smid, Deutschlandchef von HP, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Die Standortschließung ist Teil des globalen Abbaus von 29.000 Stellen, der unter den HP-Chefin Meg Whitman beschlossen wurde. In einem ersten Schritt hatte HP im September vergangenen Jahres bereits 450 Stellen in allen Sparten außer der IT-Dienstleistung gestrichen. Insgesamt werden damit bei HP 1300 der zuletzt rund 10000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Rüsselsheim ist der deutsche Hauptstandort des von HP vor einigen Jahren übernommenen Dienstleistungsunternehmens EDS. Der war wiederum vor Jahren aus der internen IT-Abteilung des US-Automobilkonzerns General Motors hervorgegangen, für den EDS bis heute viele IT-Aufgaben übernimmt. Damit ist auch klar, dass es sich bei dem Großkunden, zu dem die rund 250 Mitarbeiter wechseln werden, um GM beziehungsweise dessen Tochter Opel handelt. GM hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, IT-Projekte, die bislang ausgelagert waren, wieder stärker zurück ins eigene Haus holen zu wollen.

„Die Schließung von Rüsselsheim ist Ausdruck der sich veränderten Anforderungen an den IT-Markt in Deutschland“, sagte HP-Deutschlandchef Smid. HP werde künftig mehr Leistungen aus weltweit verteilten Kompetenzzentren abrufen. „Nur so können wir unseren Kunden die notwendige Qualität zu einem angemessenen Preis bieten“, sagte Smid. Einen Bedeutungsverlust der deutschen Landes-gesellschaft sieht er darin aber nicht. „Das Stichwort lautet made in Germany versus managed in Germany.“

Die Geschäftsleitung von HP Deutschland will nun umgehend Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen. Smid wollte zwar keine Angaben etwa zum Umfang eines Sozialplanes machen. Aber er versicherte, dass man wie in der Vergangenheit eine gute gemeinsame Lösung mit den Arbeitnehmervertretern finden werde.

Kommentare zu "Hewlett-Packard streicht 1100 Stellen in Deutschland"

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  • 3.2.13 HP-Rüsselsheim schleißt die Werkstore. Opel-Bochum wackelt. Andere Unternehmen denken ebenfalls an Streichungen. Die wirkliche Krise für die Menschen steht möglicherweise jetzt erst vor der Haustür.
    In der Tat, die eigentliche Krise für die Menschen in Deutschland liegt voraussichtlich erst in den Geburtswehen. Fast täglich werden jetzt Entlassungen, Werksschließungen oder Verlagerungen ins Ausland angekündigt. Wenn eine Währung zu teuer wird, verzerrt sie den Wettbewerb. Es gab nie eine Eurokrise, wie uns unwissende Journalisten unter die Decke jubeln wollten. Richtig, es gab eine Banken- und eine Staatsschuldenkrise. Die hätte sich zu einer Eurokrise ausweiten können, wenn das Finanzsystem zusammengebrochen wäre oder sich einige EU-Länder aus dem Euro verabschiedet hätten. Tatsächlich aber war der Euro in den letzten Jahren stärker, als die DM an ihrem letzten Tag. So sieht die Wahrheit aus. Doch, wenn nun der Euro immer stärker wird, verteuern sich die Waren aus dem EU-Währungsgebiet entsprechend. Daraus kann sich eine Wirtschaftskrise entwickeln. Eine Krise, in der tausende von Arbeitsplätzen in der EU den Bach herunterpurzeln. Hoffen wir, dass es nicht zu dieser Form des Raubeinkapitalismus kommt. Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • Leo Apotheker hatte schon recht, als er HP eine neue Geschäftsstrategie verpassen wollte.
    PC und Laptops werden von Smartphones und Tablets verdrängt.
    Diese Entwicklung hat HP verschlafen. Genauso ruhig geschlafen hat HP im Serverbereich.
    Der HP-Drucker, HP schlechthin, leidet unter mangelnder Qualität und zu hohen Verbrauchskosten. Da macht Druckerneuling Samsung es schon um Längen besser.

    Am Ende bleibt nur noch die Fusion mit Microsoft oder Sap. Neben IBM und Oracle(SUN) haben wir dann das dritte große Systemhaus.

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