Star-Investor Peter Thiel
Bei Twitter wird „Pot geraucht“

Einer der prominentesten Investoren im Silicon Valley hält wenig vom Kurznachrichtendienst Twitter. Die Firma bleibe weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, schimpft Peter Thiel. Und hat mehrere Gründe dafür parat.
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San FranciscoAuf dem Kurznachrichtendienst Twitter verbreiten Stars, Politiker und jedermann auf 140 Zeichen kurze Nachrichten für die Weltöffentlichkeit. Bei Katastrophen finden sich oft hier die ersten Meldungen und Bilder, was für viele die Faszination des Mediums ausmacht. Doch die Firma hinter dem Service schreibt seit langem rote Zahlen. Und einem Star-Investor im Silicon Valley ist deswegen jetzt der Kragen geplatzt.

Twitter werde schlecht geführt, bleibe hinter seinen Möglichkeiten zurück und dort werde „wahrscheinlich sehr viel Pot geraucht“, so Thiel, der zu den ersten Investoren des sozialen Netzwerks Facebook gehörte. Pot ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Cannabis.

Selbst ein Austausch von Firmenchef Dick Costolo werde an der Firmenkultur bei Twitter wenig ändern, so Thiel weiter in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC. Thiel gehörte unter anderem zu den Gründern des später von Ebay gekauften Bezahldienstes Paypal.

„Man müsste alle feuern und von vorne anfangen“, schimpfte Thiel. „Es hat den Eindruck, dass die Firma extrem hinter dem eigenen Potenzial zurückbleibt. Sie ist schrecklich geführt – wahrscheinlich wird dort sehr viel Pot geraucht.“ Dennoch habe Twitter seiner Ansich nach Potenzial und könne trotz der Unzulänglichkeiten erfolgreich sein.

In der jüngeren Vergangenheit hat es etliche Managementwechsel bei Twitter gegeben. Die Mitgründer Evan Williams, Biz Stone und Jack Dorsey betreiben mittlerweile neue Start-ups, auch wenn Dorsey noch Verwaltungsratschef von Twitter ist. Vorstandschef Costolo hat in diesem Jahr den Finanzchef und den Produktchef ausgetauscht und auch den Vorstand für das operative Geschäft, Ali Rowghani, aus dem Amt gedängt.

Ein Firmensprecher lehnte einen Kommentar zu Thiels Aussagen ab. Einer der ersten Investoren von Twitter, Bijan Sabet, hält Thiels Sicht für „dumm und falsch“. Der angegriffene Costolo reagierte mit einem Scherz. Er arbeite sich gerade durch eine Riesentüte Chips, schrieb er bei Twitter – keine Rede von Pot.

Im Jahr 2010 spendete Thiel übrigens 70.000 Dollar für eine Kampagne, den Konsum von Marijuana in Kalifornien zu legalisieren.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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