Starkes Chipgeschäft Samsung verbucht neue Rekorde

Die starke Nachfrage nach Speicherchips treibt Samsungs Umsatz und Gewinn auf neue Höchststände. Auch für 2018 sagen Konzern wie Analysten solide Geschäfte voraus. Zwei weitere Gründe tragen zu dem Erfolg bei.
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Der Konzern ist Marktführer bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern. Quelle: Reuters
Samsung

Der Konzern ist Marktführer bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern.

(Foto: Reuters)

TokioAsiens Elektronik- und Chipkonzernen geht es derzeit so gut wie lange nicht mehr. Der größte Profiteur ist dabei der südkoreanische Apple-Rivale Samsung. Angetrieben von der hohen Nachfrage nach Speicherchips für mobile Geräte pulverisierte der Smartphone, Elektronik- und Chipgigant seine bisherigen finanziellen Rekorde.

Der Umsatz stieg 2017 um 19 Prozent auf 240 Billionen Won (180 Milliarden Euro), der Betriebsgewinn gar um 84 Prozent auf 53,7 Billionen Won (40,4 Milliarden Euro). Mit einer Gewinnmarge von 22 Prozent ist der größte Speicherchip- und Handyhersteller der Welt mit Abstand der profitabelste klassische Elektronikkonzern in Asien. Und das will wieder etwas heißen, denn auch die Rivalen leben nach langer Krise wieder auf.

Samsungs heimischer Gegenspieler LG Electronics verbuchte ebenfalls einen Rekordumsatz und den höchsten Gewinn seit 2009, allerdings auf einem weit niedrigeren Niveau. Die Gewinnmarke liegt bei nur vier Prozent. Denn anders als Samsung ist LG weder Marktführer bei mobilen Geräten, noch ein Hersteller von Computerchips, die mit satten Preissteigerungen derzeit die Halbleiterhersteller reich machen.

Samsungs Chip-Rivale SK Hynix beispielsweise vervierfachte 2017 seinen Gewinn auf ein neues Rekordhoch und plant den Angriff auf Samsungs Marktführerschaft. So sind die Koreaner an einem Konsortium beteiligt, das die Halbleitersparte des kriselnden japanischen Technikkonzerns Toshiba, der bisherigen Nummer zwei im Nand-Speichermarkt, übernehmen will.

Auch die japanischen Erzrivalen machen wieder stabile Gewinne. Sony geht es nach langen Krisenjahren so gut, dass der Konzern sogar seinen 2006 eingeschläferten Roboterhund Aibo wiederbelebt hat. Als weiteres Zeichen der Stärke hofft Sony, auch die lange Zeit verlustreiche TV-Sparte wieder zu einem Gewinnmotor zu machen. Doch mit einer vorhergesagten Gewinnmarge von 7,4 Prozent für sein bis März laufendes Bilanzjahr 2017 liegt auch Sony weit hinter Samsung zurück.

Für Samsungs Vorsprung gibt es drei Gründe. Erstens scheffelt der Konzern als Weltmarktführer von Handys im Vergleich zu anderen Herstellern in Googles Android-Welt eine außergewöhnlich hohe Gewinnmarge mit mobilen Geräten. Sie liegt bei knapp unter zehn Prozent. Zweitens beherrscht Samsung auch den Markt für die neuen Handydisplays aus organischen Leuchtdioden (Oled).

Der entscheidende Faktor ist und bleibt allerdings die Halbleitersparte. Allein im vierten Quartal machte sie fast so viel Gewinn wie im gesamten Jahr 2016. So sehr sind wegen der hohen Nachfrage die Preise gestiegen. Insgesamt trägt die Sparte nun 70 Prozent zum Firmengewinn bei.

Rosige Aussichten

Die beste Botschaft für Aktionäre verbirgt sich allerdings in Samsungs Ausblick auf das laufende Jahr. „2018 dürfte die Nachfrage nach Nand-Speicherchips stark bleiben und der Markt wird laut Vorhersagen stabil bleiben“, meint Samsung.

Zudem erwartet der Technologieriese, dass die Nachfrage von Speicherchips für Cloud-Server und Chips für Autos und künstliche Intelligenz weiter ansteigen wird. Damit schürt der Konzern die Hoffnung im Markt, dass die hohen Gewinne kein kurzfristiges Phänomen sind, sondern die Chipindustrie derzeit einen mehrjährigen Megazyklus genießt.

Doch auch in den anderen Geschäftsbereichen sagt Samsung gute Bedingungen voraus. So glaubt der Konzern, dass Oled-Displays bei mobilen Geräten den Durchbruch aus der Nische in den Massenmarkt schaffen. Und Samsung ist entschlossen, seine Marktführerschaft mit neuen Produkten wie faltbaren Displays und der Expansion in Autos und IT-Anwendungen zu verteidigen.

Bei Mobiltelefonen wiederum will der Konzern seine Gewinne erhöhen, indem er sich stärker auf hochpreisige Geräte konzentriert. Selbst für die einst kriselnde TV-Sparte sagt Samsung dank Sportereignissen wie den olympischen Winterspielen im Februar oder der Fußballweltmeisterschaft im Sommer mehr Absatz voraus.

Überdies dürfen sich die Investoren über einen Faktor freuen, der Samsungs Bilanz potenziell belastet: Das Chip- und Displaygeschäft erfordert hohe Investitionen, damit Samsung seine Führung verteidigen kann. 2017 investierte der Konzern 18 Prozent seines Umsatzes in neue Produktionsanlagen und die Forschung. Für 2018 plant Samsung nun geringere Investitionen.

Samsungs Aktienpreis stieg daher bis zum koreanischen Mittag um 5,9 Prozent auf 2,637 Millionen Won. Und dies muss noch nicht das Ende der Kursgewinne sein. Laut einer Umfrage von Reuters bewerten zwölf von 38 Analysten Samsung als Kauf und 23 als Outperformer. Selbst der skeptischste Analyst erwartet demnach von Samsung für 2018 einen neuen Umsatzrekord.

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