Start-up Babbel auf der Apple Watch: „Wir würden auch eine App für Toaster machen“

Start-up Babbel auf der Apple Watch
„Wir würden auch eine App für Toaster machen“

Schick ist sie, aber macht man damit? Apps sollen die Apple Watch zum Leben erwecken – zum Beispiel von einem deutschen Start-up: Der Sprachkurs Babbel schickt Vokabeln aufs Handgelenk, wenn es am besten passt.
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DüsseldorfAls Apple am Montag auf der großen Bühne Neuigkeiten zu seiner Computeruhr präsentierte, hatte auch ein Start-up aus Berlin einen kleinen Auftritt: Die Lern-Software Babbel gehört zu den drei Dutzend Apps, mit denen der iKonzern den Nutzen seiner Apple Watch demonstrieren will – neben CNN, Nike, Ebay und BMW. Wer genau hinsah, entdeckte das Logo mit dem B auf dem Display der vorgeführten Geräte, auf einer Seite mit nützlichen Anwendungen ist Babbel ebenfalls erwähnt.

Hinter der App steckt die Firma Lesson Nine, die im Berliner Szenestadtteil Kreuzberg ihren Sitz hat. Sie arbeitet an Funktionen für die Apple-Uhr, seit sie von dem Gerät weiß, wie Firmenchef Markus Witte im Gespräch mit dem Handelsblatt berichtete. „Zunächst haben wir uns Papierzettel aufs Handgelenk geklebt, um die Vorstellung davon zu fördern, was mit dem Gerät möglich ist.“

Dass man auch auf einem kleinen Bildschirm am Handgelenk Sprachen lernen kann, bezweifelt Witte nicht. „Ich habe immer gesagt: Wenn Toaster eines Tages Internet haben, machen wir Apps für Toaster. Unser Ansatz ist, überall im Alltag unserer Nutzer präsent zu sein.“

Babbel ist ein Lernprogramm für zwischendurch. Nutzer pauken keine Tabellen mit Konjunktionen und Konjugationen, sondern klicken oder schieben Formen spielerisch zusammen – meist auf dem Smartphone. Die Firma Lesson Nine, die hinter den Anwendungen steckt, zielt damit auf Nutzer, die aus Lust und Laune ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen.

In dieses Konzept lasse sich auch der kleine Bildschirm einer Smartwatch integrieren, sagt Witte: „Wir wollen möglichst viele Kontakte mit der Sprache herstellen.“ Die Computer-Uhren seien immer mit einem Handgriff erreichbar, „man kann kleine Interaktionen schaffen“.

Konkret will Babbel dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, indem die Smartwatch-Erweiterung an bestimmten Orten passende Vokabeln einblendet: im Restaurant beispielsweise einige Wörter rund ums Bestellen und Essen, am Flughafen rund um Abflug und Gepäck. Der räumliche Kontext sei beim Lernen wichtig, betont Witte.

Dass die Häppchen fürs Handgelenk beim Lernen helfen, bezweifelt Witte nicht. Er betont aber auch: „Am Ende braucht man immer noch ein Smartphone.“ Was vermutlich für den Großteil der Apps gilt, die die Computeruhr zum Leben erwecken sollen.

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