Start-up-Boom
„Es gibt in Israel Reinigungskräfte mit Doktortitel“

Kanzlerin Merkel hat unlängst für Deutschland einen Gründerboom gefordert. Als Vorbild sollte sich Berlin den Staat Israel nehmen – dort gibt es keinen Fachkräftemangel. Ein Grund dafür: die Armee des Landes.
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Tel Aviv„Israel ist kein gewöhnliches Land“, sagt Gunter Pollanz. „Die Menschen hier ticken anders als in Europa und die Wirtschaft tut es auch.“ Der gebürtige Österreicher muss es wissen, seit 40 Jahren ist er ein Wandler zwischen beiden Welten. Der Vollblutunternehmer steht am Rande der Innovation Xchange (iX), einer von der Beratungsfirma Bootcamp Ventures veranstalteten Konferenz in Tel Aviv, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Gründer und Investoren zusammenzubringen. Pollanz' Start-up Cepco produziert Speicherkarten für die Gesundheitsbranche – auf der iX will er Kapital für die Expansion nach Europa und Amerika einwerben.

Neben ihm haben sich rund 40 weitere israelische Start-ups angekündigt, um Geld bei Investoren einzuwerben. Ihre Chancen stehen gut: Den Gründern stehen Kapitalgeber aus 15 Ländern rund um den Globus gegenüber. Das gleiche Bild wiederholt sich auf zahllosen Investorenkonferenzen mehrmals im Jahr: Wenn Israels Tüftler und Gründer um Aufmerksamkeit bitten, bekommen sie die in aller Regel auch.

Denn Israel mag 65 Jahren nach der Staatsgründung historisch noch immer in den Kinderschuhen stecken, die Wegstrecke zwischen bettelarmem Agrarstaat und heutigem Hightech-Mekka legte das kleine Mittelmeerland gleichwohl in Siebenmeilenstiefel zurück. Die Zahlen sprechen dazu eine deutliche Sprache: 2012 haben ausländische Investoren rund 1,1 Milliarden Euro in israelische Tech-Start-ups investiert. Zum Vergleich: Deutsche Gründer erhielten im gleichen Zeitraum lediglich Startkapital in Höhe von insgesamt 240 Millionen Euro.

Rund 63 israelische Firmen sind an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Das sind mehr Firmen als aus ganz Europa, Japan, Korea und Indien zusammen. Darüber hinaus sind alle namhaften Hightech-Konzerne wie Intel, Google oder Cisco seit Jahren mit eigenen Forschungszentren vor Ort. Zuletzt war es der koreanische Konzern Samsung, das im Februar ankündigte, seine Forschungsniederlassung in Israel um ein Strategiezentrum zu erweitern, das gezielt um israelische Start-ups buhlen soll.

Unternehmer Pollanz sagt: „Unter israelischen Unternehmern gehört es zum guten Ton, Risiken einzugehen.“ Das sei anders als in Deutschland, wo es mittlerweile die Rechtsabteilungen und Risikomanager seien, die die Unternehmensstrategien maßgeblich vorgeben. Augenzwinkernd fügt er hinzu, dass Israelis ein ausgeprägtes Maß an Respektlosigkeit gegenüber den Obrigkeiten besäßen, sei es die Politik oder die Gerichte - „bei der Gründung hilft das ungemein.“

Kommentare zu " Start-up-Boom: „Es gibt in Israel Reinigungskräfte mit Doktortitel“"

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  • Dafür haben wir hierzulande anscheinend viele falsche Doktoren. Vor allem in der Politik.

  • UND SOLCHE REINIGUNGSKRÄFTE MIT DOKTORTITEL WERDEN SOWAS VON GUT BEZAHLT , SIND DOCH IM WETTBEWERB Unschlagbar !!!

  • "...Israel Reinigungskräfte mit Doktortitel“

    Was will uns das HB damit sagen?
    Wieviele promovierte Taxifahrer gibt es in Berlin?

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