Start von Windows Vista verschoben
Microsoft enttäuscht PC-Hersteller

Von Vorfreude aufs Weihnachtsgeschäft ist in der PC-Branche in diesem Jahr nichts zu spüren. Die Hersteller fürchten um ihre Umsätze in der wichtigsten Zeit des Jahres, weil Microsoft sein neues Betriebssystem Windows Vista deutlich später als geplant erst im Januar in die Läden bringen wird.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Microsoft selbst tut momentan wenig, um den Computerherstellern unter die Arme zu greifen. Die PC-Produzenten hoffen, dass sie ihren Kunden die Rechner im Weihnachtsgeschäft doch noch schmackhaft machen können, indem sie ihnen die kostenloses Aufrüstung auf Vista für den Januar versprechen. „Solche Vereinbarungen gibt es bis jetzt aber noch nicht“, sagt der Manager Mike Sievert, bei Microsoft weltweit verantwortlich für Windows. Stattdessen will er die Hersteller mit Aufklebern abspeisen: „Geeignet für Vista“ könnte auf den Geräten stehen, die in den kommenden Monaten über die Ladentheken gehen.

Die Computeranbieter sind skeptisch, ob das funktioniert. „Das Weihnachtsgeschäft könnte unter der Verschiebung leiden“, sagte jüngst Bernd Bischoff im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Chef des deutschen Marktführers Fujitsu Siemens Computers (FSC) fürchtet, dass viele Privatkunden ihre Käufe so lange zurückhalten, bis sie die neueste Software bekommen können.

Für die ohnehin gebeutelte Branche wäre das eine schwere Belastung. Denn nach Berechnungen der Marktforscher der Gartner Group ist die Zahl der verkauften PCs hier zu Lande im ersten Halbjahr erstmals seit vier Jahren gesunken, und zwar um immerhin vier Prozent. Auch wegen der Verspätungen beim Betriebssystem Vista erwarten die Experten für den Rest des Jahres kaum Besserung. Gartner-Analystin Meike Escherich rechnet deshalb und wegen des harten Preiskampfs für die PC-Branche in diesem Jahr mit zweistelligen Umsatzrückgängen. Traditionell gibt ein neues Betriebssystem von Microsoft dem Markt einen kräftigen Schub. Davon profitiert die gesamte Wertschöpfungskette, von den Prozessorherstellern Intel und AMD bis zu den Anbietern von Grafikkarten und Bildschirmen.

Ursprünglich sollte Vista zu Weihnachten längst in den Läden sein. Weil sich die Entwicklung in die Länge zog, musste Microsoft den Termin aber verschieben: Firmenkunden bekommen Vista jetzt Ende November, Privatkunden ab Ende Januar.

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