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Steile Lernkurve: Indiens IT-Service-Anbieter drängen nach Europa

Es ist in der sich konsolidierenden IT-Industrie eine eher kleine Übernahme: Der indische IT-Dienstleister Infosys will für 407 Mill. Pfund (510 Mill. Euro) den britischen IT Axon Group-Dienstleister kaufen. Doch die Transaktion setzt Zeichen. Was seit Jahren erwartet wird, scheint Realität zu werden: Die indische IT-Service- und Software-Industrie ist auf dem Weg nach Europa.

Das von Nandan M. Nilekani gegründete indische IT-Service-Unternehmen Infosys, setzt mit der Übernahme der britischen Axon Group ein Zeichen. Foto: AP Quelle: ap
Das von Nandan M. Nilekani gegründete indische IT-Service-Unternehmen Infosys, setzt mit der Übernahme der britischen Axon Group ein Zeichen. Foto: AP Quelle: ap

MÜNCHEN/FRANKFURT. Gerade im SAP-Umfeld locken lukrative Geschäfte. die von Infosys umworbene Axon ist auf die Einführung von SAP spezialisiert.

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Vor allem die ausgegliederten IT-Töchter der großen Unternehmen galten lange Zeit als attraktive Ziele für indische IT-Spezialisten. Doch über Jahre geschah kaum etwas, gerade in der deutschsprachigen DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz). "Trotz all dieser Vermutungen und Ankündigungen sind indische Käufer bis dato verhältnismäßig ruhig geblieben", analysieren Daniel Westhoff, Vice-President Investmentbanking bei Sal. Oppenheim, Georg Stadtmann, Privatdozent, sowie Peter Kreutter von der Otto Beisheim School of Management, in ihrem Länder-Report für die Zeitschrift M&A-Review.

Die Gründe sind vielfältig. So hat sich die ursprüngliche Idee, Deutschland mit indischen Mitarbeitern zu bearbeiten, als Fehlentscheidung erwiesen. Das Misstrauen den bis dato unbekannten Anbietern gegenüber ließ viele Gespräche schon im Ansatz scheitern. Auch wurden die kulturellen Unterschiede unterschätzt. Die Berichte über Probleme beim Offshoring, der Verlagerung von IT-Services, häuften sich.

Doch das hat sich geändert, nicht zuletzt deshalb, weil der Westen dem osten näher gekommen ist. Ohne ein Standbein in Indien geht in der IT heute nichts mehr. Das haben auch die westlichen Anbieter erkannt und entsprechende Standorte aufgebaut. Bei IBM arbeiten schon 80 000 Menschen auf dem Subkontinent. Auch Nachzügler T-Systems, der IT-Dienstleister der Deutschen Telekom, hat die Bedeutung Indiens erkannt. Die in diesem Jahr beschlossene Partnerschaft mit dem amerikanisch-indischen Unternehmen Cognizant soll Abhilfe schaffen.

Das hat Folgen für den deutschen IT-Service-Markt. Einerseits macht die Expansion der westlichen IT-Firmen im Heimatland das Geschäft für indische Anbieter nicht einfacher, schwindet doch ihr Vorteil auf der Kostenseite. Diese bauen deshalb ihr Geschäft aus, gehen etwa stärker in die Beratung. "Wir haben uns in der Wertschöpfungskette in den letzten Jahren nach oben bewegt", sagt Azim Premji, der Chef von Wipro.

Andererseits haben insbesondere die Europäer ihre Scheu verloren, was den indischen Dienstleistern bei uns die Tür öffnet. Die Herausforderer haben zudem aus ihren Anfangsfehlern gelernt. "Wir haben uns die großen indischen Anbieter angeschaut. Alle haben eine sehr professionelle Mannschaft, einen ausgefeilten Rekrutierungsprozess und eine hochwertige Weiterbildung", sagt Friedrich Löer, Projekt-Manager beim Outsourcing-Berater TPI.

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