Stellenstreichungen geplant - Neue Druckerei in Polen
Bauer Verlag will Kosten im Tiefdruck senken

Der Heinrich Bauer Verlag senkt im Tiefdruck in Deutschland massiv die Kosten. Europas führender Zeitschriftenkonzern will bis Mitte nächsten Jahres am Kölner Druckstandort betriebsbedingt bis zu 300 Mitarbeitern entlassen, erfuhr das Handelsblatt aus Firmenkreisen.

HB/lip HAMBURG. „Es sind weniger als die vom Betriebsrat genannte Zahl von 470 Mitarbeitern vom Stellenabbau betroffen“, sagt ein Verlagssprecher dem Handelsblatt. Eine genaue Zahl wollte er aber nicht nennen. In der Kölner Tiefdruckerei sind mehr als 950 Mitarbeiter beschäftigt.

In Polen hingegen plant der Hamburger Medienkonzern, eine zweite Tiefdruckerei zu bauen. Das Unternehmen besitzt hier bereits eine Tiefdruckerei. „Wir wollen mit der zweiten Druckerei vor allem den Markt in Osteuropa bedienen – insbesondere Russland und die Ukraine“, sagt der Sprecher. Er weist aber Gerüchte zurück, dass Bauer Druckaufträge von Köln nach Polen abzieht und deswegen in Deutschland die Stellen abbaut.

Der Kölner Betriebsrat hat inzwischen wegen des angekündigten Personalabbaus die laufende Abstimmung über einen Standort- und Beschäftigungstarifvertrag abgebrochen. Denn die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass noch im August 346 Kündigungen ausgesprochen werden sollen, teilt der Betriebsrat mit. Die Belegschaft wollte ursprünglich über eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit ohne Lohnausgleich von 35 auf 32 Stunden abstimmen, um damit den Kölner Standort vor den drohenden Entlassungen zu bewahren.

Mit den Personaleinsparungen reagiert der Hamburger Zeitschriftenverlag auf den zunehmenden Druck auf dem deutschen Tiefdruckmarkt. Erst vor kurzem hatten der Axel Springer Verlag und die Bertelsmann-Tochter Arvato ihre Tiefdruckereien zusammengeschlossen und mit insgesamt rund 4 200 Mitarbeitern einen neuen Tiefdruckriesen in Europa geschaffen. Die Unternehmen begegnen mit der Fusion dem rückläufigen Anzeigengeschäft auf dem europäischen Zeitschriftenmarkt sowie dem wachsenden Preisdruck bei der Herstellung von Katalogen.

Europaweit steht der Markt zudem vor einer weiteren Konsolidierungswelle. So wollen die Konzerne Quebecor und der britische Konkurrenten Polestar näher zusammenrücken, heißt es.

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