Steuerparadies Irland EU-Kommission untersucht Apples Steuerpraxis

Dank eines Steuertricks mit irischen Tochterfirmen spart der IT-Gigant Apple Steuern in Milliardenhöhe. Solche Vermeidungsstrategien gelten als legal – trotzdem will die EU offenbar eine Untersuchung einleiten.
Update: 11.06.2014 - 01:09 Uhr 5 Kommentare
Wegen seiner Steuer-Taktik mit Tochtergesellschaften in Irland war Apple bereits öfters in die Kritik geraten – doch noch gilt der Trick als legal. Quelle: ap

Wegen seiner Steuer-Taktik mit Tochtergesellschaften in Irland war Apple bereits öfters in die Kritik geraten – doch noch gilt der Trick als legal.

(Foto: ap)

DublinDie EU-Kommission wird einem Medienbericht zufolge eine offizielle Untersuchung der Steuerpraxis von Apple in Irland einleiten. Der Schritt werde für Mittwoch angepeilt, berichtete der irische Staatssender RTE am Dienstag ohne Quellenangabe. Ein Kommissionssprecher wollte sich dazu nicht äußern. Aus dem irischen Finanzministerium hieß es, dass man über eine solche Maßnahme nicht informiert worden sei.

Der in Kalifornien ansässige Konzern nutzt ein Schlupfloch im Steuerrecht, um dem US-Fiskus zu entkommen. Seinen Bilanzen zufolge zahlte der iPhone-Hersteller in den vergangenen drei Jahren auf im Ausland erzielte Gewinne in Höhe von insgesamt 74 Milliarden Dollar einen Steuersatz von zwei Prozent.

Möglich ist dies, weil einige Apple-Tochtergesellschaften in Irland weder dort noch in den USA steuerpflichtig sind. Sie sind zwar auf der Insel registriert. Weil aber der Verwaltungsrat in den USA tagt, entsteht in Irland Experten zufolge kein Steuerwohnsitz.

Solche Vermeidungsstrategien von Konzernen gelten als legal, haben aber in Europa für Empörung gesorgt. Entsprechende Schlupflöcher gibt es auch in den Niederlanden und Luxemburg. Die großen Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen das verbieten, weil ihnen dadurch Experten zufolge jährlich dreistellige Milliardensummen verloren gehen.

Irland lockt seit den 60er Jahren US-Konzerne mit günstigen Steuersätzen. Die Regierung verteidigt das System als transparent. Die vergleichsweise niedrigen Unternehmenssteuern gerieten in die Kritik, als das Land im Jahr 2010 mit einem internationalen Kreditpaket vor der Pleite gerettet wurde.

  • dpa
  • rtr
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5 Kommentare zu "Steuerparadies Irland: EU-Kommission untersucht Apples Steuerpraxis"

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  • Wie alt ist diese Thema, wann wird e n d l i c h politisch gehandelt ?

    Fühle mich verars..t als Steuerzahler !

    Wir haben Marionetten, keine Volksvertreter (nicht alle)!

  • @ tomaso_monaco: Vollkommen korrekt. Die Scheinheiligkeit unserer Politiker ist kaum noch zu überbieten. Öffentlichkeitswirksam zur großen Jagd auf Steuerhinterzieher blasen und die Daumenschrauben insbes. in NRW bei kleinen Mittelständlern immer mehr anziehen und gleichzeitig massiv Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten. Nichts anderes als diese Straftat haben diejenigen Abgeordneten begangen, als sie dafür stimmten, die Steueroase Zypern mit dem Geld ehrlicher Steuerzahler zu retten. Ich habe damals alle Parteien angeschrieben und lediglich von den Grünen eine verschwurbelte Erklärung bekommen, dass man Zypern so halt in den Griff bekäme. Zypern ist mir persönlich ein Dorn im Auge, weil ich häufig auf internat. Projekten arbeite, wo meine Konkurrenten sich ihr Salär häufig nach Zypern überweisen lassen. Und mit den dortigen Steuersätzen von nun 12,5% (damals 10%) kann ich nicht konkurrieren. Anscheinend bin ich einer der letzten Idioten, die ihr Welteinkommen in diesem Höchststeuerland versteuern. Auch gegen Tschechen mit ihrer Flat-Tax und Kostenpauschale von 60% ihrer Einnahmen habe ich nahezu keine Chance. Die Euro-Krise hätte man nutzen können, um endlich einheitliche Steuerstandards in der EU durchzusetzen und vielleicht sogar die unerträglich hohen Steuern in Deutschland zu senken. Aber nein, das hart erarbeitete Geld Deutscher Steuerzahler wurde bedingungs- und natürlich alternativlos zur Rettung von Steueroasen raus geworfen.

    @Mazi: Das Problem besteht darin, dass unsere Volksvertreter selbst auch nicht an die üblichen Steuergesetze und wirtschaftlichen Gegebenheiten gebunden sind. Notwendig wäre eine Streichung der Pensionen, damit sie sich selbst mit dem Thema Altervorsorge auseinandersetzen. Außerdem sollte es keine Aufwandspauschalen mehr geben. Die Politiker sollten wie jeder andere auch schön Belege aufkleben und ggf. eine Buchhaltung machen. Das könnte man dann auch schön regelmäßig prüfen.

  • "EU-Kommission untersucht Apples Steuerpraxis"

    Weshalb erst jetzt? Es kann doch wohl niemand behaupten, dass die EU-Kommission erst jetzt davon erfährt.

    Die Leute raus werfen, deren Job es früher bereits war, nachzusehen, ob dies mit rechten Dingen zugeht.

    Weshalb kann man von einem inländischen PC, einem iPhone etc. Software bestellen, die im Inland auf den Geräten zum Einsatz kommt und einem plötzlich eine Rechnung ohne die typischen Rechnungsmerkmale auf den Tisch flattert?

    Das wollen alle die Leute der EU-Kommission bisher nicht gewusst haben? Weshalb deklariert ein Staat nicht, dass alle Umsätze mit einem deutschen Partner in Deutschland steuerpflichtig sind und die im Inland eingesetzte Software voll umfänglich den deutschen Gesetzen unterliegt? Wenn man tatsächlich wollte, hätte man dies schon lange so organisiert.

    Wer hält also die Hand auf?

    Wir brauchen nicht auf die EU-Kommission zu schauen, dass könnte auch ein Herr Schäuble regeln, würde er nicht die Lobbyisten der Großkonzern scheuen. Die kleinen Leute, deren Altersvorsorge zu kassieren, ist für ihn einfacher.

    Ich muss nochmals auf dieses Thema kurz zurück kommen. Ist es nicht eine "Sauerei", wenn Abgeordnete den Bürgern die Altersvorsorge per Gesetz um ca. 20 % kürzen und sich selbst eine Diätenerhöhung von 10 % gönnen. Sie sollten sich nichtverwundert geben, wenn es dem Volk zuviel wird und massiv aufbegehren. Das ist dann nicht die Schuld des Volkes, sondern die Schuld der Abgeordneten, die unmäßig zuerstaus dem "Geldtrog fressen", der für die Solidargemeinschaft bestimmt war.

    Das ist das unsozialste Verhalten, was bisher nach dem zweiten Weltkrieg bekannt wurde.

  • "EU-Kommission untersucht Apples Steuerpraxis"

    Weshalb erst jetzt? Es kann doch wohl niemand behaupten, dass die EU-Kommission erst jetzt davon erfährt.

    Die Leute raus werfen, deren Job es früher bereits war, nachzusehen, ob dies mit rechten Dingen zugeht.

    Weshalb kann man von einem inländischen PC, einem iPhone etc. Software bestellen, die im Inland auf den Geräten zum Einsatz kommt und einem plötzlich eine Rechnung ohne die typischen Rechnungsmerkmale auf den Tisch flattert?

    Das wollen alle die Leute der EU-Kommission bisher nicht gewusst haben? Weshalb deklariert ein Staat nicht, dass alle Umsätze mit einem deutschen Partner in Deutschland steuerpflichtig sind und die im Inland eingesetzte Software voll umfänglich den deutschen Gesetzen unterliegt? Wenn man tatsächlich wollte, hätte man dies schon lange so organisiert.

    Wer hält also die Hand auf?

    Wir brauchen nicht auf die EU-Kommission zu schauen, dass könnte auch ein Herr Schäuble regeln, würde er nicht die Lobbyisten der Großkonzern scheuen. Die kleinen Leute, deren Altersvorsorge zu kassieren, ist für ihn einfacher.

    Ich muss nochmals auf dieses Thema kurz zurück kommen. Ist es nicht eine "Sauerei", wenn Abgeordnete den Bürgern die Altersvorsorge per Gesetz um ca. 20 % kürzen und sich selbst eine Diätenerhöhung von 10 % gönnen. Sie sollten sich nichtverwundert geben, wenn es dem Volk zuviel wird und massiv aufbegehren. Das ist dann nicht die Schuld des Volkes, sondern die Schuld der Abgeordneten, die unmäßig zuerstaus dem "Geldtrog fressen", der für die Solidargemeinschaft bestimmt war.

    Das ist das unsozialste Verhalten, was bisher nach dem zweiten Weltkrieg bekannt wurde.

  • Apple ist ja kein Einzelfall und es ist der Job ihrer Steuer-Experten, das bestehene Steuerrecht bestmöglich auszunutzen. Die Verantwortung und das große Versagen liegt hier doch ganz klar bei der Politik: Seit Jahren wird rumgefaselt, dass man diese Schlupflöcher schliessen will und nichts passiert. Auf der einen Seite fordern EU-Staaten die "Solidarität der Gemeinschaft" und lassen sich mit Milliarden Euro retten (Irland,Zypern). Die gleichen Staaten, die sich durch Legalisierung solcher Methoden einen unfairen Wettbewerbs-Vorteil verschaffen. Diese Staaten berufen sich darauf, dass sie in ihrer Steuergesetzgebung frei sind. Wenn das so ist, dann sollten die betroffenen Staaten einfach ihre lokale Steuer-Hoheit ebenfalls dazu nutzen, dem ein Ende zu bereiten. Zum Beispiel: 1. einfach für Konzerne mit bestimmten Konstruktionen (die normale Besteuerung verhindern) eine Ersatz-Besteuerungsgrundlage festsetzen. Für jeden Euro Umsatz in Deutschland hier Steuer zahlen, egal ob über die Cayman-Inseln oder über Irland abgerechnet wird. Das Thema wäre ruckzuck durch, wenn ein echter Wille dazu bestehen würde. Und 2.: diesen Staaten innerhalb der EU unmissverständlich deutlich machen, dass sie sich dann selbst retten könnne. So zeigt es nur die Hilflosigkeit der Politik und die Verzichtbarkeit der EU in ihrem jetzigen desaströsen Zustand...

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