0 Bewertungen
19.01.2007 
Zu komplex für Neulinge

Steuerspar-Software bewirkt keine Wunder

von Chris Löwer

Einfach elektronisch die Steuererklärung machen und dabei eine hübsche Erstattung einheimsen – so werben die Anbieter von Steuersoftware. In jedem Jahr drängen neue Produkte mit neuen Funktionen auf den Markt, die das leidige Übel angenehmer machen sollen. Manche Programme werden dabei ausdrücklich als Steuerspar-Software tituliert – doch so einfach ist die Sache meistens nicht.

BERLIN. „Die Programme haben inzwischen fast alle einen gewissen gemeinsamen Standard erreicht“, sagt Michael Nischalke, Projektleiter Finanzdienstleistungen bei Finanztest. Unterscheidungsmerkmal seien oft nur noch die Benutzeroberfläche und die angebotenen Extras wie Anleitungen, einschlägige Gesetzestexte und Gerichtsurteile. Und genau das wird für viele Nutzer zum Problem: „Die Software will zwar helfen, bringt den Steuerpflichtigen aber eher durcheinander, wofür allein schon die Frage sorgen kann, welche Sonderausgaben es gab“, sagt Thomas Kriesel, Steuerexperte des ITK-Branchenverbandes Bitkom.

Es hängt viel von der Benutzerführung und der Qualität der Erklärungen ab – letztlich davon, die richtigen Zahlen tatsächlich auch in die richtigen Datenfelder einzutippen. In den allermeisten Fällen machen nämlich nicht die Programme Fehler, sondern die Nutzer.

Zu den populären Produkten auf dem Markt gehören Quicksteuer und Taxmann (von Lexware), T@x und das Wiso-Sparbuch (Buhl Data Service), Steuer-Sparerklärung und Steuer-Taxi (Akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag) sowie das Steuer-Sparpaket (Data Becker). Daneben gibt es aber auch viele Billigprodukte, die ab zehn Euro angeboten werden. „Programme von Discountern kosten nicht viel und basieren häufig auf dem Grundprogramm großer Anbieter“, berichtet Tester Nischalke.

Neu auf dem umkämpften Markt für Steuer-Programme ist die Konz Steuer-Software, zu der es die bekannten „1 000 ganz legalen Steuertricks“ gibt. Ansonsten spiegelt sie den Stand der Dinge: Weniger Geübte folgen den Interviewfragen, andere können ihre Daten direkt in die amtlichen Formulare eintippen. Vorab erkennt das Programm, wie die meisten anderen auch, welche Art der Veranlagung am günstigsten kommt. Ebenfalls üblich sind die Plausibilitätskontrolle und die abschließende Steuerprüfung. Außerdem bietet die Software vorgefertigte Musterbriefe mit Beispieltexten und eine Reihe von Assistenten wie einen Urlaubstage- oder einen Riester-Rechner.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Für den normalen Arbeitnehmer, der nur eine Ausfüllhilfe benötigt, reicht das völlig“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Vorhersage Deutschland

weiterTechnologie

„Beschluss weist in die richtige Richtung“  Artikel in Merkliste

09.07.2009Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer hält die G8-Beschlüsse grundsätzlich für richtig. Quelle: dpa

Ottmar Edenhofer ist Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußerte sich Edenhofer über die Beschlüsse des G8-Klimagipfels. Interview


Handelsblatt Marktplatz

Finden auch Sie den Partner, der Sie so liebt wie sie sind. Neugierig, wer zu Ihnen passt? Weiter