
DÜSSELDORF. Die wichtigste Nachricht zuerst: Steve Jobs lebt, trägt immer noch Rollkragenpullis und ist nach wie vor unberechenbar – und zwar für Freund und Feind. Auf den Fachkongress D8 des Wall Street Journals im kalifornischen Rancho Palos Verdes hatte Jobs seinen großen Auftritt, auf den nicht nur Jünger des Computerherstellers Apple hingefiebert hatten. Was Jobs sagt – und vor allem auch, was er nicht sagt - hat schließlich Konsequenzen für die Branche im Allgemeinen und die Partner und Gegner von Apple im Besonderen. Das ist auch jetzt wieder so.
Was den Suchmaschinenriesen Google angeht, so hat Jobs hier jetzt öffentlich für klare Fronten gesorgt. Ja, Google und Apple sind Konkurrenten. „Aber Google hat sich dafür entschieden, mit uns zu konkurrieren“, sagte Jobs mit Blick auf das Smartphone-Betriebssystem Android und Googles eigenes Handy Nexus. „Apple hat sich wiederum nicht dazu entschlossen, ins Geschäft mit Suchmaschinen einzusteigen.“
Auf die Frage, ob sich Jobs da nicht von Google und dessen Chef Eric Schmidt betrogen fühle, zeigt der iGod Humor: „Meinem Sexleben geht es prima“, sagte Jobs mit Blick auf Googles Äußerungen, im Gegensatz Apple seien pornographische Inhalte auf einem Smartphone von Android nicht verboten. Trotz des Wettbewerbs bei Smartphones denkt Jobs allerdings nicht darüber nach, die Suchmaschine aus dem populären iPhone von Apple zu verbannen. „Nur weil wir mit jemandem im Wettbewerb stehen heißt das nicht zwangsläufig, dass wir grob zueinander sein müssen.“ Letztlich, so Jobs, werde der Markt entscheiden, wer gewinnen werde.
Das gilt für Jobs auch beim Streit mit dem Softwarehersteller Adobe. Das Programm Flash von Adobe ist die derzeit am weitesten verbreitete Software zur Darstellung multimedialer und interaktiver Inhalte - nur nicht auf iPhone, iPod und iPad. Deswegen war Apple zuletzt häufig kritisiert worden. In einem Schreiben auf der Firmen-Homepage hatte Jobs erst jüngst mit ungewöhnlich harschen Worten erklärt, warum Apple bei seinen mobilen Geräten auf die weit verbreitete Flash-Software verzichtet. Sie sei veraltet, sicherheitsanfällig, batterieraubend und generell für Geräte mit Touchscreen ungeeignet.