Die Wischer verschmieren die Lichter entgegenkommender Fahrzeuge. Im Augenwinkel huscht ein Schild vorbei: Lüdenscheid, 1 000 Meter.
Bisher war das Audiobook-Geschäft eine einzige Erfolgsgeschichte. "Wir haben von null einen nachhaltigen Markt geschaffen", sagt Claudia Baumhöver, Geschäftsführerin des Hörverlags. Der feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen und ist mit zuletzt 36 Millionen Euro Umsatz Marktführer (siehe: Lauschen).
Infografik: Lauschen statt Lesen - Akkustische Bestseller des Jahres 2007
Die Hörbuchszene ist quicklebendig. Ihr Motto: Wer nicht lesen will, darf hören. Auf dem Bücherfestival lit.Cologne verlieh sie am vergangenen Sonntag zum sechsten Mal den Deutschen Hörbuchpreis - dieses Mal an die Schauspieler Anna Thalbach und Peter Simonischek als beste Interpreten.
Aber ein wenig täuscht das Feiern auch über den Umbruch hinweg, in dem die Hörbranche steckt. Der Anteil der Audiobooks am gesamten Buchmarkt stieg 2007 nur leicht auf 4,8 Prozent. Man könne aber, räumt Claudia Baumhöver ein, nicht jedes Jahr einen Salto hinlegen. Die zehn größten Hörbuchverlage erwirtschafteten 2007 einen Umsatz von rund 166 Millionen Euro.
Dabei fällt es den Verlagen immer schwerer, ihren Markt zu kennen. Die Marktforscher von Media Control erfassen nur den Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Warenhäuser, nicht aber Tankstellen oder Mediamärkte. Gerade sie werden jedoch für den Vertrieb von Hörbarem immer wichtiger. Das Gleiche gilt für das Internet - Download und Versand machen inzwischen ein ordentliches Stück vom Kuchen aus.
Lüdenscheid??? Seit wann gibt es zwischen Köln und Dortmund eine Ausfahrt Lüdenscheid? Aaaarrrgggghhh! Dann noch ein Schrei. Aus den Lautsprechern. Ohrenbetäubend. Der Schreck fährt Ihnen in die Glieder. Besser, Sie nehmen den Fuß vom Gas.
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