Bleiben Megaseller aus, kann es für kleine Verlage rasch eng werden. "Die Spreu wird sich vom Weizen trennen", sagt Peter Bosnic, kaufmännischer Verlagsleiter bei Steinbach Sprechende Bücher. "Viele Buchverlage, die das Hörbuch zusätzlich aufgesetzt haben, werden wieder Abstand davon nehmen. Sie haben gedacht, das kann man mal so mitmachen." Nun sähen sie ein, dass der Markt nicht mehr so einfach sei.
"Mittelständische Hörbuchverlage werden es zunehmend schwerer haben, sowohl Textrechte zu generieren als auch die Titel an allen relevanten Verkaufsstellen zu positionieren", sagt auch Ines Wallraf, stellvertretende Verlagsleiterin bei Random House. Mittelfristig, prognostizieren Manager, werde wohl nur noch ein Dutzend Anbieter das Hörbusiness bestimmen.
Wer sich durchsetzen will, muss das Internet als Vertriebsweg nutzen. Abgesehen von Zehntausenden illegalen Mitschnitten und Kopien, die dort kursieren, loaden die Hörer down, was das Zeug hält - im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Audiobooks. "Das Download-Segment macht inzwischen rund zehn Prozent des gesamten Hörbuch-Markts in Deutschland aus", sagt Arik Meyer, Geschäftsführer der Plattform Audible.de.![]()
Die Firma wurde 2004 von Audible
Inc., Random House, der Verlagsgruppe Lübbe und Holtzbrinck Ventures (die GmbH gehört zur Verlagsgruppe Holtzbrinck, zu der auch das "Handelsblatt" gehört) gegründet. Heute bietet sie ihren 350 000 Kunden 25 000 Titel - davon 7 000 deutsche Hörbücher - an. Vorteil für die Kunden: Downloaden ist ein Drittel billiger als herkömmliche CDs.
Audible
Der Regen lässt nach. Der Schrei ist verklungen. Und mit ihm der Schreck. Wer hört, der fühlt. Sie geben wieder Gas und wechseln auf die linke Spur.
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