Stimmungd auf der Hausmesse: Nokia torkelt führungslos in die Zukunft

Stimmungd auf der Hausmesse
Nokia torkelt führungslos in die Zukunft

Auf der Nokia World gibt es traditionell neue Strategien, Produkte und Erfolgsmeldungen. Dieses Jahr überwiegen in London aber die Durchhalteparolen. Schließlich gehen neben der Führungsspitze offenbar bald auch Chairman Ollila. Der Konzern muss in voller Fahrt umgebaut werden, ohne dass dabei das alte Geschäft zerstört wird.
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LONDON/DÜSSELDORF. Zumindest diesmal war Nokia mal schnell: Der Rauswurf von Olli-Pekka Kallasvuo als Nokia-Chef ist noch keine vier Tage her. Doch im gedruckten Programm zur wichtigsten Hausmesse des weltgrößten Handy-Herstellers, der Nokia World, taucht sein Name schon nicht mehr auf. Der Neue, der Kanadier Stephen Elop, tritt seinen Job erst kommende Woche an. Auch der zweite Mann hinter Kallasvuo, Smartphone- und Internet-Chef Anssi Vanjoki, wird gehen.

Und so musste Marketingchef Niclas Savander in London auf die Bühne und das Vakuum füllen. N8 heißt sein Hoffnungswert. Es ist das neue Smartphone-Flaggschiff und soll Boden gegenüber den unaufhaltsam wachsenden Konkurrenten Apple und Google gutmachen. "Bei unserem Kampf zurück an die Smartphone-Spitze legen wir jetzt einen höheren Gang ein", rief Savander den rund 3 000 angereisten Kunden und Analysten zu.

Doch er weiß um die Probleme: Nokia stehe eine "schwierige Übergangsphase" bevor, sagte er dem Handelsblatt.

Um die Lage zu beschreiben, reichen nackte Zahlen: Noch ist Nokias mobiles Betriebssystem Symbian auf den meisten Handys der Welt vertreten. Doch die Marktforscher von Gartner prophezeien, dass Nokia in den nächsten Jahren kontinuierlich Marktanteile verlieren wird. Spätestens nach 2014 werde Googles Android die Marktführerschaft übernehmen. Schon heute gerät Nokia im Geschäft mit Mini-Programmen (Apps) ins Hintertreffen: Nokias Ovi-Onlinedienst hatte nie eine Chance gegen Apples iTunes und App-Store oder Googles AndroidMarket.

Dieses Problem zu beseitigen wird die wichtigste Mission des neuen Chefs sein. "Ovi wird nicht scheitern", fasst es Forrester-Analyst Thomas Husson lakonisch zusammen, "weil er einfach nicht scheitern darf." Dann wäre Nokia aus dem Rennen. Das Problem: Die Finnen müssen quasi in voller Fahrt die Reifen wechseln, dürfen ihr altes Geschäft nicht zerstören, während sie gleichzeitig den gesamten Konzern umbauen.

Erste Rettung sollen vier neue Geräte bringen. Neben dem N8 (siehe Testbericht) wird auch die Businessklasse überarbeitet. Alle Modelle sollen zum Weihnachtsgeschäft im Markt sein und zusammen rund fünfzig Mio. Mal verkauft werden, wobei der Zeitraum für dieses Ziel von Nokia nicht definiert wird.

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  • Für mich heist es eh seit dem unrühmlichen Abgang aus bochum -no kia-. Ob in der damaligen Hochstimmung des Nokia-Vorstandes der Anfang der Probleme begann?

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