Strabag-Jobs in Gefahr
Telekom vergibt Milliardenauftrag neu

Zehn Jahre lang hat Strabag PFS die Gebäude der Telekom betreut. In Zukunft übernimmt der Industriedienstleister ISS den Auftrag. Für ISS ist das ein großer Deal. Doch bei Strabag sind tausende Jobs betroffen.
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DüsseldorfDie Deutsche Telekom hat die Bewirtschaftung ihrer Gebäude neu vergeben. Spätestens 2019 übernimmt der dänische Dienstleister ISS den Service. Die beiden Unternehmen haben eine Zehnjahresvertrag abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Bisher hatte Strabag Property and Facility Services (PFS) die Gebäude betreut. Der Verlust des Auftrages trifft das Unternehmen schwer.

„Strabag verliert damit einen Großkunden mit einem jährlichen Umsatz von etwa 550 Millionen Euro und muss sich grundlegend reorganisieren“, teilte das Unternehmen auf Handelsblatt-Anfrage mit. 3300 Mitarbeiter seien der Sparte zugeordnet. „Ziel ist es, möglichst viele davon im Konzern weiter zu beschäftigen.“ Strabag PFS ist aus einer ehemaligen Tochtergesellschaft der Telekom entstanden, die 2008 an den Strabag-Konzern verkauft wurde.

Die Gewerkschaft Verdi hat nun Kontakt mit ISS aufgenommen. Sie will herausfinden, was nach Mitte 2019 mit den Mitarbeitern geschehen soll. „Die Telekom darf sich nicht nur um günstige Preise kümmern, sondern sie muss sich auch um die Beschäftigten kümmern, die jahrzehntelang für sie gearbeitet haben“, sagte Lothar Schröder, Mitglied des Verdi-Bundesvorstands. Die Telekom verweist auf die Pressemitteilung von ISS.

6000 Mitarbeiter wird ISS für die Bewirtschaftung der Immobilien benötigen – also wesentlich mehr als Strabag. Die Mitarbeiter sollen zum Teil aus dem ISS-Bestand, aus eigenen Mitarbeitern aus Deutschland und aus anderen Ländern, in denen ISS tätig ist, sowie vom freien Markt kommen. Auch Strabag-Mitarbeitern könne man „eine neue Heimat bieten“, wobei Umfang und Einzelheiten noch mit dem Bestandsdienstleister abzustimmen sind, sagt Alexander Granderath, Country Manager ISS Deutschland, gegenüber dem Handelsblatt.

„Der Vertrag mit der Deutschen Telekom ist für ISS Deutschland ein großer Schritt“, sagte Granderath. Bereits seit 2015 führe der Konzern Gespräche mit der Deutschen Telekom über die Frage, wie die Bewirtschaftung von Immobilien in der Zukunft aussehen soll. Nun sei die sukzessive Umsetzung der Verträge der nächste Schritt.

Der weltweite Umsatz der nahezu 500.000 Mitarbeiter der ISS belief sich 2016 auf 10,64 Milliarden Euro. Auf dem deutschen Markt ist ISS seit 1960 aktiv, seit 2008 auch tätig im Bereich integrierte Facility Services. Das dänische Unternehmen machte 2016 in Deutschland einen Jahresumsatz von 332 Millionen Euro und beschäftigte 8522 Mitarbeiter.

Die Autorin ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte. Sie erreichen sie unter: karabasz@handelsblatt.com
Ina Karabasz
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen & Märkte

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