Strafen in dreistelliger Millionenhöhe
Infineon drohen schon wieder Bußgelder

Dem Halbleiterhersteller Infineon drohen womöglich neue Bußgelder aus seiner Speichersparte. Gegen den Münchner Konzern, der mit der Abspaltung eben dieser Sparte profitabler werden will, laufen bereits seit längerem sowohl ein Prüfverfahren der Europäischen Kommission als auch gut zwei Dutzend Sammelklagen erboster Anleger aus aller Welt, berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe.

HB MÜNCHEN. Daraus könnten dem Blatt zufolge Strafen in dreistelliger Millionenhöhe für das Unternehmen resultieren. Infineon-Sprecher Günter Gaugler bestätigte auf AP-Anfrage grundsätzlich die Verfahren, nannte die genannte Höhe möglicher Strafen aber „völlig aus der Luft gegriffen“. Wer die Rechtsnachfolge für die Speichersparte nach deren Ausgliederung aus dem Konzern übernehme, sei auch noch nicht entschieden.

Der „Spiegel“ berichtet, dass der Konzern auch nach der Abspaltung und Börseneinführung der Speicherchipsparte womöglich für deren millionenschwere Altlasten einstehen müsse.

Auslöser sind demnach illegale Praktiken von ehemaligen Infineon-Managern, für die der Konzern im vergangenen Jahr eine Strafe von 160 Millionen Dollar (137 Mill. Euro) zahlen musste. Die Manager, die mehrmonatige Haftstrafen absitzen mussten, hatten mit Konkurrenten zu Lasten von Kunden wie den PC-Herstellern Dell oder Apple unerlaubt Preisinformationen ausgetauscht, wie der Konzernsprecher sagte.

Die erneuten Risiken könnten Pläne von Infineon-Chef Wolfgang Ziebart erschweren, durch „internes Wachstum und die eine oder andere Akquisition“ nach der Abspaltung der Speichersparte schnell wieder in alte Umsatzdimensionen vorzustoßen und auch den Preis drücken, der an der Börse erzielbar ist. Künftig will sich die frühere Siemens-Tochter ganz auf Logik-Chips konzentrieren, wie sie etwa in Handys oder Autos eingebaut werden.

Infineon-Chef Ziebart steht stark unter Druck, seinen Aktionären eine Perspektive zu bieten. Denn der derzeitige Zustand des Unternehmens ist wenig erbaulich. Im abgelaufenen Quartal brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro ein. Zudem musste das Unternehmen einen Verlust von 100 Mill. Euro hinnehmen, im Vergleich zu einem Gewinn von 44 Mill. Euro vor Jahresfrist. Die Autotechnik-Sparte, die eines der großen Zukunftsfelder Infineons sein soll, hat bei einem Umsatz von 626 Mill. Euro in abgelaufenen Quartal einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von lediglich 27 Mill. Euro eingefahren. Zu möglichen Akquisitionszielen machte Ziebart bei Vorlage der Zahlen auch keine Angaben .

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