Streaming-Dienste

Wie ein kleiner Radiosender das neue Spotify wird

Ein weithin unbekannter Internetradio-Sender aus den USA will ins Streaming-Geschäft einsteigen. Wie Radio Pandora den weltweit tätigen Diensten wie Spotify und Apple Music Konkurrenz machen will.
Das Internetradio will im Geschäft der etablierten Streaming-Dienste mitmischen. Quelle: dpa
Spotify

Das Internetradio will im Geschäft der etablierten Streaming-Dienste mitmischen.

(Foto: dpa)

OaklandDas Internet-Radio Pandora hat das vergangene Jahr mit einem dicken Verlust abgeschlossen und geht laut Medienberichten auf Käufersuche. Allein im vergangenen Quartal fielen rote Zahlen von 19,4 Millionen Dollar an gegenüber einem Gewinn von 12,6 Millionen ein Jahr zuvor. Dabei war der Umsatz um ein Viertel auf 336,2 Millionen Dollar gestiegen. Doch höhere Kosten drückten Pandora ins Minus. Die Zahl der Hörer stieg binnen drei Monaten von 78,1 auf 81,1 Millionen.

Pandora ist bisher nur als Internet-Radio in den USA aktiv, sicherte sich aber Teile des gescheiterten Musik-Dienstes Rdio. Damit soll auch ein internationales Streaming-Geschäft in Konkurrenz zu Spotify oder Apple Music aufgebaut werden.

Das werde aber voraussichtlich erst 2017 soweit sein, sagte Pandora-Chef Brian McAndrews in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen. Im laufenden Jahr werde zunächst die Technologie von Rdio integriert. In fünf Jahren strebe Pandora einen Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar im Abo-Geschäft an.

Einfach nur peinlich – von New Coke bis Apple Maps
Microsoft - Windows 8
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Windows 8

Der Software-Konzern Microsoft nahm bei Windows 8 radikale Änderungen am Bedienkonzept seines Betriebssystems vor. Es sollte sowohl auf klassischen PCs als auch auf Tablet-Computern und Hybridgeräten laufen und war deswegen für die Bedienung per Touchscreen optimiert. Der klassische Desktop rückte in den Hintergrund, der Startknopf verschwand. Vielen Nutzern behagte das offenbar nicht, der Absatz blieb hinter den Erwartungen zurück.

Die Kritik zeigte Wirkung: Microsoft hat will die Benutzung gründlich überarbeitet. In der aktualisierten Version Windows 8.1 und einem großem Update sind wesentliche Punkte überarbeitet worden. So soll die Bedienung mit Maus und Tastatur erleichtert werden. Auch der Startknopf kehrte zurück, wenn auch mit weniger Funktionen.

«Google Maps»
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Apple Maps

Mit der Einführung des iPhone 5 durch Apple im Herbst 2012 brachte der US-Technologiekonzern auch eine eigene Kartenanwendung auf die Geräte: Apple Maps. Doch die Darstellungsfehler waren gigantisch und ein Shitstorm, eine Lawine kritischer Kommentare im Internet, ging über Apple nieder. Vorstandschef Tim Cook war genötigt, sich offiziell in einem offenen Brief bei den Kunden zu entschuldigen.

COCA COLA
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New Coke

Im Frühjahr 1985 führte Coca-Cola eine neue Rezeptur für das Flagschiff-Produkts vor. Doch „New Coke“ traf auf eine ungekannte Protestwelle der Kunden und nur drei Monate später stellte der Getränkekonzern auch wieder Cola mit der alten Rezeptur her, die dann zunächst „Coke Classic“ hieß. New Coke verschwand schnell im Firmenarchiv als Paradebeispiel für eine geplatzte Produkteinführung.

MERCEDES
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Mercedes A-Klasse

Ein Autotest machte die Einführung des „Mini-Benz“, der Mercedes A-Klasse, im Herbst 1997 zunächst zu einem Desaster. Beim Elchtest, einem Ausweichmanöver, fiel ein Vorführmodell des Wagens auf die Seite. Das Bild ging um die Welt und Mercedes reagierte mit einer teuren Überarbeitung des Wagens – verbesserte Stabilisatoren und ein elektronisches Stabilitätssystem stützten die A-Klasse danach. Das Modell wurde danach durchaus zu einem Erfolg.

DAEWOO
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Daewoo

Allgegenwertig waren in Deutschland Mitte der 90er-Jahre Plakate und Werbespots für die koreanische Automarke Daewoo (sprich: Dee-juu). Die Marke konnte aber nicht Fuß fassen. Mittlerweile ist selbst die deutsche Internetseite nicht mehr auf die Firma registriert.

Shopping bags for sale are pictured inside a Fresh & Easy store in Burbank
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Fresh & Easy

Der riesige britische Lebensmittelkonzern Tesco wollte seit 2007 die USA mit dem Supermarkt –Konzept Fresh&Easy erobern. Doch das Konzept mit Nischensupermärkten, die unter anderem auch warme Speisen zum Mitnehmen anbieten, scheiterten die Briten. Mehr als eine Milliarde Euro gingen verloren, bis der Konzern im Frühjahr 2013 den Rückzug aus dem Markt bekanntgab.

huGO-BildID: 7551479 Microsoft's new Zune music player is shown in brown, black and white at RCS Electronics in New York City 14 November 2006. "Zune
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Microsoft Zune

Nicht nur mit dem Betriebssystem Microsoft 8 ist der Softwarekonzern auf Granit bei den Kunden gestoßen. Größer war die Blamage noch mit dem digitalen Musikspieler Zune. Das Gerät sollte ab dem Herbst 2006 als Konkurrenz zum sehr erfolgreichen Apple-Gerät iPod etabliert werden. Der Versuch scheiterte, fünf Jahre später wurde die Produktion weiterer Geräte endgültig eingestellt.

Kurz bevor Pandora am Donnerstag die Quartalszahlen vorlegte, tauchten Berichte auf, das Unternehmen sei auf Käufersuche gegangen. Dazu sei die Bank Morgan Stanley engagiert worden, berichteten die „New York Times“ und der Finanzdienst Bloomberg. Die Überlegungen stünden aber erst noch am Anfang, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. In der Mitteilung zu den Quartalszahlen war keine Rede davon. McAndrews sagte dazu, Pandora sei „fokussiert darauf, als eigenständiges Unternehmen zu arbeiten“.

Pandora ist an der Börse noch rund zwei Milliarden Dollar wert - im Jahr 2014 waren es in der Spitze noch über sieben Milliarden. Die Aktie, die am Donnerstag nach den Berichten über Verkaufsüberlegungen anzog und mit einem Plus von über acht Prozent aus dem Handel ging, gab nachbörslich um rund fünf Prozent nach.

Insgesamt kam ein Jahresverlust von 169,7 Millionen Dollar zusammen, nach einem Minus von gut 30 Millionen Dollar 2014. Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar.

Mit über 80 Millionen Hörern allein in den USA hat Pandora mehr Nutzer als die 75 Millionen, die Streaming-Marktführer Spotify zuletzt im Sommer meldete. Online-Musik ist ein Geschäft, in dem 70 bis 80 Prozent der Einnahmen an die Plattenfirmen weitergereicht werden. Größe ist also entscheidend: Mit vielen Nutzern bleibt bei weitgehend gleichbleibenden Kosten mehr in den Kassen der Anbieter hängen.

Pandora scheint den aktuellen Markt in den USA weitgehend ausgereizt zu haben: Ende 2014 wurde die bisher höchste Nutzer-Zahl von 80,5 Millionen erreicht, danach sank sie leicht. McAndrews weitet deshalb das Geschäft unter anderem auf Konzertkarten aus. Allein in den USA solle der Umsatz in fünf Jahren die Marke von vier Milliarden Dollar überschreiten

  • dpa
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