Streaming-Pionier
Youtube kämpft gegen harte Konkurrenz

Fällt Googles Videofestung Youtube? Die Konkurrenz ist dem Streaming-Pionier dicht auf den Fersen in einem Segment, das die Google-Tochter lange unterschätzt hat. Das kann ernste Folgen haben.

San FranciscoYoutube ist der unangefochtene Marktführer wenn es um vorab aufgezeichnete Videokonserven per Internet und PC geht. Doch bei Live-Angeboten versucht die Plattform verzweifelt, Boden auf Facebook und Snapchat gutzumachen, die beide erfolgreiche Streaming-Dienste mit Fokus auf Smartphones und Tablets gestartet haben.

So verkündete etwa Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 in San Francisco, Video werde zum Herzstück jedes Angebots des Konzerns. Er stellte sogar eine eigene 360-Grad-Videokamera vor, die zusammen mit einer Facebook-Software das Produzieren von Rundum-Videos bald zum Kinderspiel machen soll.

Das setzt die Google-Tochter Youtube unter Druck. Zwar verkündete Produktmanager Niel Mohan gegenüber der „Financial Times“, dass die Anzahl der angeschauten Livestreams auf der Video-Plattform im vergangenen Jahr um 80 Prozent gestiegen sei, absolute Nutzerzahlen nannte er jedoch nicht. Das Problem: Mit Google als Totalausfall im Bereich Social Media fällt der Video-Plattform die Aufgabe zu, ein Netzwerk auf Basis von Live-Videos zu bilden.

Youtube, für 1,3 Milliarden Dollar gekauft, ist neben Android eine der ganz großen Erfolgsgeschichten in Mountain View und jetzt die große Hoffnung. Laut der Technologieseite „Venture Beat“ werden die Arbeiten an einem „Backstage“ genannten Produkt vorangetrieben, bei dem Youtuber ähnlich wie bei Twitter oder Facebook alles, von Text über Fotos bis zu Videos und natürlich Livestreams, einstellen können.

Die Akzeptanz von Youtube bei den Live-Videoproduzenten scheint derweil auch zu steigen, laut Mohan hat sich die Anzahl der gestreamten Videos 2015 mehr als verdoppelt im Vergleich zum Jahr davor. Doch der Wettbewerb ist knüppelhart und wird sich nach Meinung von Marktbeobachtern noch verschärfen.

Der Kampf um die Werbe-Milliarden aus der TV-Industrie wird dabei – mal wieder – mit professionellen Inhalten entschieden und nicht mit dem, womit Youtube groß geworden ist. Das sind, vereinfacht gesagt, simpel produzierte Inhalte, ohne großes Konzept und nicht selten in fragwürdiger Qualität, sogenannter „user generated content“, vom Nutzer generierter Inhalt.

Die Nase vorn hat im Profibereich Facebook mit einer gigantischen weltweiten Nutzerbasis von 1,6 Milliarden Menschen. Das macht das Soziale Onlinenetzwerk zur ersten Anlaufstelle für künftige Großevents wie die Olympischen Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften. Konkurrent Snapchat zum Beispiel meldet, dass 49 Prozent seiner Nutzer in der ersten Woche der Olympia-Veranstaltung in Rio de Janeiro Inhalte gestreamt hätten. Gleichzeitig meldet der US-TV-Riese NBC ein Minus von 17 Prozent bei der durchschnittlichen Zuschauerzahl in den ersten zehn Tagen der Sommerspiele.

Mit durchschnittlich 27 Millionen TV-Zuschauern pro Tag in der ersten Woche saßen dieses Mal weniger Zuschauer vor dem Fernseher als bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Gleichzeitig melden Online-Dienste drastische Zuschauerzuwächse. Profiteure können Dienste wie Youtube, Facebook, Snapchat oder auch Twitter sein.

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