Streaming-Portal Netflix: Alles auf Expansion

Streaming-Portal Netflix
Alles auf Expansion

Weniger ist mehr: Weil der Streamingdienst Netflix massiv in die Auslandsexpansion investiert, sinkt der Gewinn. Doch die Zahl der Neu-Abonnenten schlägt die eigenen Prognosen. Die Zukunftspläne sind noch weitreichender.
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San Francisco„Ideologie ist was für akademische Schlappschwänze, nichts für mich.” Es scheint, als würde Frank Underwood aus der Netflix-Serie „House of Cards“ mit dem berühmten Zitat die Strategie des Streaming-Dienst-Gründers Reed Hastings auf eine griffige These bringen. Zwar geht der Unternehmer aus Los Gatos anders als der Politstratege nicht über Leichen. Aber auch Hastings lässt sich nicht von vermeintlichen Gewissheiten leiten.

Traditionelle TV-Sender investieren viel Geld in ein Programm rund um die Uhr. Um den dafür erforderlichen Apparat zu finanzieren, müssen sie für den Massengeschmack produzieren und werden zwangsläufig seicht. Netflix hingegen setzt darauf, dass Kunden sich das Unterhaltungsprogramm selbst zusammenstellen wollen und Fernsehen damit künftig so personalisiert sein wird wie die Timeline bei Facebook.

So leistet sich Hastings den Luxus, auch eher abseitige Themen zu inszenieren, wie „Daredevil”, einen düsteren Marvel-Comic, oder den Kampf gegen ein kolumbianisches Drogenkartell in „Narcos”. Hinzu kommen neue Serien wie „The Crown” über Intrigen im englischen Königshaus, Spielfilme und Dokumentationen.

Wie Netflix' aktuelle Geschäftsergebnisse zeigen, zahlt sich die Strategie inzwischen aus. Im vergangenen Quartal gewann die Plattform so viele Mitglieder hinzu wie nie zuvor, 5,6 Millionen neue Fans. Das Unternehmen erreicht nun weltweit rund 75 Millionen Menschen.

Der Sprung resultiert aus der jüngsten Expansion in 130 neue Länder, darunter Indien, Singapur oder der Türkei. Zwei Millionen Mitglieder hat Netflix, das inzwischen 2000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt beschäftigt, allein in Deutschland und Frankreich. In den USA sorgt Hastings an manchen Abenden für fast ein Drittel des gesamten Internet-Traffics.

„Netflix profitiert davon, dass die Infrastruktur für die Auslieferung von Video-Inhalten immer besser wird und die Qualität steigt”, sagt Xavier Kochhar, Chef von Structured Data Intelligence, einem Unternehmen für Datenanalyse aus Santa Monica in Kalifornien. „Die große Herausforderung ist: Wie findet der Nutzer die richtige Sendung? Künftig wird es Aggregatoren geben, die Videoinhalte personalisieren, ein Google für Serien sozusagen.”

Silicon Valley arbeitet bereits an solchen Formaten, an der Zukunft des personalisierten Entertainments, ganz nach dem Motto: Ich streame, also bin ich. In Mountain View, bei Youtube, bietet Google mit Youtube Red bereits Original-Serien als Streaming-Produkt an. Auch Amazon Prime feiert große Erfolge, unter anderem mit der Nerd-Serie „Mr. Robot”.

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Kommentare zu " Streaming-Portal Netflix: Alles auf Expansion"

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  • bin übrigens erstaunt das man hier überhaupt noch etwas kommentieren kann; so langsam kommt mir das alles arg reglementiert vor; ich denke auf Dauer "brauche" ich HB-Online auch nicht mehr. Kann gar keinen Artikel darüber finden das die Obervolksvertreterin Merkel die Anti-TTIP-Unterschriften nicht entgegen nehmen kann / will... Aber das ist ja auch nicht so wichtig...

  • ich hab Netflix 2 Monate getestet; die Dokus waren teilweise schon interessant und hatte diese bisher noch nirgendwo sonst gross gesehen; aber irgendwann hat man diese durch und Dauer-TV vor der Glotze ist einfach nicht mein Ding...also sind mir das auch keine 10 Euro im Monat wert;

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