Streamingdienst Apple Music
Nur Blues für die Basis

Musik von Apple für 9,99 Euro im Monat in 100 Ländern: Der iPhone-Hersteller präsentiert auf seiner Entwicklerkonferenz den Streamingdienst „Apple Music“. Ein „neues Kapitel“ soll er sein, sorgt indes aber für Frust.
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San FranciscoAm Ende sollte die Premiere ohne ihre Hauptdarsteller stattfinden. Über zwei Stunden lang hatte Apples oberster Zeremonienmeister Tim Cook ein Feuerwerk aus Licht, Bild und Ton im Moscone Center in San Francisco abgebrannt. Eigentlich war die Veranstaltung für die Entwicklerszene gedacht, die Apples Software weltweit bekannt und beliebt macht.

Doch ausgerechnet die bleibt beim neuen Streaming-Dienst für Musik erst einmal außen vor. Apple gestattet externen Softwareentwicklern keinen Zugriff. Von „Apple Music”, das Ende Juni startet, profitieren allenfalls die Macher von guter und schlechter Musik – und natürlich Apple. An der Basis, bei den Programmierern, fiel der neue Dienst deshalb erstmal durch. „Ich kann es nicht erwarten, zu sehen, was ihr Entwickler mit Apple Music macht”, spottete der einflussreiche US-Blogger Merlin Mann stellvertretend für die Szene.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Ziemlich ausgeruht spazierte Apple-Chef Cook zu Beginn der Keynote über die Bühne und erklärte, wie die hauseigene Konferenz WWDC samt ihres tollen Publikums immer wieder die Welt verändert habe. Mit Updates in den Betriebssystemen für Mac (OS X 10), iPhone oder iPad (iOS 9), den ersten nativen Apps für die Apple Watch (Watch OS 2) sowie dem lang erwarteten Spotify- und Youtube-Konkurrenten „Apple Music” will Cook die Tradition fortführen.

800 Millionen potenzielle Nutzer

Grundsätzlich bietet Apples Musik-Dienst aber wenig Neues, sondern kopiert Features, die es längst gibt. „Apple Music” wird drei Monate gratis und dann für monatlich 9,99 Dollar erhältlich sein. Für 14,99 Dollar gibt es eine Art „Familienversion”, für Musik-Konsum über bis zu sechs Geräte. Wie viel der Dienst hierzulande kosten soll, will Apple in den kommenden Wochen bekannt geben.

Nutzer können auf alle Songs aus iTunes zugreifen, einzelne Künstler, Radiosender, Genres sowie Photos ihrer Lieblingsbands abonnieren. Anders als die Konkurrenz von Spotify oder Pandora, deren Dienste ähnliche Services bieten und im nahezu gleichen Preisrahmen liegen, bietet Apple keine kostenlose Version an.

Bei Spotify aus Schweden dient die Gratis-Variante für den Desktop dazu, neue Nutzer anzulocken, etwa 15 Millionen der insgesamt 60 Millionen Nutzer zahlen. Apple geht offenbar davon aus, dass seine Kunden durch die Musik-Bibliothek iTunes ans Zahlen gewöhnt sind. Der Konzern hat Zugriff auf die Kreditkarten- oder Bankdaten von rund 800 Millionen Nutzern.

Kommentare zu " Streamingdienst Apple Music: Nur Blues für die Basis"

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  • Ikea steigt ja aktuell auch im bereich Content Supply ein und hat hier hochinnovative ansätze realisiert [...]
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ Andre Klein
    Das ist schon eine komplizierte Welt mit diesem ganzen Computerkrams, was?
    Wer soll das denn alles verstehen?

    Was könnte denn wohl gemeint sein mit Entwicklern, die die Zielgruppe einer entwickerkonferenz sind? Doch bestimmt keine Softwareentwickler, die Programme entwickeln, oder?

    Und was könnten wohl entwickler mit Musik machen, die sie in ihre Apps integrieren könnten?
    Dazu müsste man erstens Ideen haben und zweitens den technischen Zugriff auf den Musikdienst.
    Beides davon fehlt offensichtlich aktuell im Hause Apple.

  • Was möchte die "Basis" denn mit Apple Musik machen? Hat das die Redakteurin recherchiert, oder ist der Beitrag nur ein Kommentar?

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