Streiks dauern an
Verleger und Redakteure bleiben im Tarifkonflikt am Ball

Im festgefahrenen Tarifkonflikt an Tageszeitungen wollen Gewerkschaften und Verleger in neuen Gesprächen nach einer Lösung suchen.Die Verhandlungen sollen am kommenden Dienstag in Berlin fortgesetzt werden. Das teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) a Dienstag mit.

HB FRANKFURT/BERLIN. Die siebte Runde der Tarifverhandlungen für die 14 000 Tageszeitungsredakteure war am Montagabend in Frankfurt nach neun Stunden ergebnislos vertagt worden. Die fast dreiwöchigen Streiks dauerten unterdessen an.

Umstritten sind zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften weiterhin die Zahl der Urlaubstage, das Urlaubsgeld sowie Gehaltserhöhungen. Beide Seiten werten die Einigungschancen für die neue Verhandlungsrunde unterschiedlich. „Wir sind ein gutes Stück weiter gekommen. Die Gewerkschaften haben erstmals ihre Bereitschaft gezeigt, über dauerhafte Veränderungen am Tarifvertrag nachzudenken“, sagte ein BDZV-Sprecher.

„Wir sind nicht sehr zuversichtlich, dass wir zu einer Einigung kommen“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. „Die eisenharte Linie der Verleger ist einfach nicht fassbar. Sie treiben den Tarifkonflikt auf die Spitze.“ Der Deutsche Journalistenverband DJV erklärte, man habe sich „deutlich mehr von den Verhandlungen versprochen“.

Verdi kündigte an, in den kommenden Tagen die Streiks auf bestimmte Verlage und Regionen zu konzentrieren. „Wir werden den Druck auf die Verleger erhöhen.“ Dabei würden auch Druckbetriebe und Verlagsangestellte mit einbezogen. Am Dienstag streikten nach Gewerkschaftsangaben bundesweit rund 1000 Redakteure. Der BDZV bestätigte Streikaktionen bei 15 Verlagen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Bremen und Niedersachsen. Die Zahl der Teilnehmer sei aber deutlich niedriger, hieß es.

Der BDZV hatte am Montag sein Angebot nach eigenen Angaben modifiziert. Die Zahl der Urlaubstage soll danach von 35 auf 30 Tage gekürzt werden, für ältere Redakteure soll es aber bereits ab dem 41. Lebensjahr 32 Urlaubstage geben. Zuvor hatte der BDZV 32 Urlaubstage erst für Mitarbeiter über 50 Jahren angeboten. Das Urlaubsgeld soll nach dem Vorschlag der Verleger auf 80 Prozent eines Monatsgehalts gekürzt werden. Beim Gehalt boten die Verleger nach eigenen Angaben eine Erhöhung von 1,1 Prozent vom 1. Juni 2004 bis zum 31. Juli 2005 an.

DJV und Verdi sind beim Urlaubsgeld zu einer zeitlichen Absenkung auf 85 Prozent bereit und haben eine Staffelung der Urlaubstage vorgeschlagen. Beim Gehalt fordern sie aktuell 1 Prozent mehr vom 1. Juni 2004 an sowie 1,5 Prozent mehr vom 1. Februar 2005 an.

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