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Streit beigelegt: Google und Frankreichs Verleger erzielen „historisches Abkommen“

Der Streit um ein Leistungsschutzrecht in Frankreich ist beigelegt. Google und die Zeitungsverleger haben sich am Freitag auf einen Kompromiss geeinigt. Ein Teil des Deals: Der Konzern unterstützt digitales Publizieren.

Google-Chef Eric Schmidt und der französische Präsident Francois Hollande unterschreiben das Abkommen zwischen dem Internetkonzern und den Zeitungsverlegern im Elysée-Palast. Quelle: ap
Google-Chef Eric Schmidt und der französische Präsident Francois Hollande unterschreiben das Abkommen zwischen dem Internetkonzern und den Zeitungsverlegern im Elysée-Palast. Quelle: ap

ParisIm Streit um ein geplantes Leistungsschutzrecht für Online-Inhalte in Frankreich haben sich Zeitungsverleger und der Internet-Konzern Google geeinigt. Google will mit einem 60 Millionen Euro umfassenden Fonds „Innovationsprojekte für das digitale Publizieren“ unterstützen. Google-Chef Eric Schmidt sprach am Freitagabend im Beisein von Frankreichs Präsident François Hollande von einem „historischen Abkommen“.

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Gleichzeitig vereinbarten Google und die Verleger eine umfassende Zusammenarbeit bei der Online-Werbung, um die Einnahmen der Verlage im Web und auf Mobilgeräten mit Hilfe von Google-Diensten zu steigern. Das Projekt umfasst den Einsatz der Google-Dienste AdSense, AdMob (für mobile Werbeformate) und den Marktplatz AdExchange

Googles wichtigste Geschäfte

  • Suche

    Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.

  • Android

    Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.

  • Google Apps/G-Mail

    Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

  • Google+

    Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.

  • Cloud-Computing

    Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.

  • Motorola

    Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 in die Hardware-Produktion eingestiegen. Das Unternehmen will die defizitäre Sparte aber an Lenovo verkaufen.

  • Chrome OS

    Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Der Einigung waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen. Für den Fall eines Scheiterns hatte die französische Regierung ein Gesetz vergleichbar dem in Deutschland geplanten Leistungsschutzrecht angedroht. „Es ist besser, eine Vereinbarung zu haben als ein Gesetz“, sagte Hollande am Freitag.

Google bezeichnete die Vereinbarung als einmalige Zahlung, die auch nicht an die Verleger fließe, sondern in einen Technologiefonds. Sie richte sich „an alle, die französischsprachige Nachrichten online anbieten wollen“, sagte ein Sprecher. Verwaltet werden solle der Technologiefonds von Vertretern von Google, französischen Verlegern und Regierung.

Internet Was Google lieber verschweigen möchte

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Im Dezember hatte sich der Internetkonzern nach langem Streit mit belgischen Verlegern auf umfassende Kooperationen geeinigt. In Deutschland wehrt sich Google gegen ein von der Bundesregierung geplantes Leistungsschutzrecht für Presseverleger, mit dem Textauszüge und Vorschaubilder lizenzpflichtig würden.

Christoph Keese, bei der Axel Springer AG für Public Affairs zuständig, bezeichnete die Vereinbarung per Twitter als Erfolg für die französischen Verleger. „Die Politik hat starke Führung bewiesen.“

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