Streit um Betriebsrat
SAP denkt an Umwandlung in Europa AG

Der Streit um die Gründung eines Betriebsrates bei Europas größtem Softwarehersteller SAP forciert nach einem Pressebericht Pläne für eine Umwandlung des Konzerns in eine europäische Aktiengesellschaft.

HB DÜSSELDORF/WALLDORF. Unternehmenschef Henning Kagermann sagte der „Wirtschaftswoche“, „wir bereiten die Entscheidungsfindung vor“. Die SAP-Gründer Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Klaus Tschira unterstützen die Pläne, schreibt das Magazin weiter.

Die Europa AG würde nicht nur steuerliche Vorteile bieten. Sie erlaubte es auch auf relativ unbürokratische Weise, den SAP- Unternehmenssitz von Deutschland ins europäische Ausland zu verlegen. Über die Europa AG ließe sich auch die Mitbestimmung einschränken, heißt es in dem Bericht weiter.

Im Streit um den Betriebsrat hat Aufsichtsratsvorsitzender Plattner nach einem Bericht des „Spiegel“ in einer internen E-Mail den Beschäftigten geschrieben, er könne „die Motivation der Gewerkschaften nicht richtig nachvollziehen“. Rund 91 Prozent der Belegschaft in der SAP-Zentrale Walldorf hatten sich gegen einen Betriebsrat ausgesprochen. Plattner kritisierte, dass nach der Gesetzeslage eine neunprozentige Minderheit den anderen die Bedingungen diktieren könne. Das passe nicht zu einem globalen High- Tech-Unternehmen.

Dagegen sagte der Mitbestimmungsexperte im Bundesvorstand der IG Metall, Thomas Klebe, „Fakt ist, dass 500 Mitarbeiter bei SAP einen Betriebsrat haben wollen. Dieser Wunsch nach sozialen Schutzrechten kann nicht durch eine Mehrheitsentscheidung unterdrückt werden“. „Die Mehrheit kann nicht beschließen, dass es zum Beispiel keinen Kündigungsschutz gibt“, kritisierte Klebe. Auch die Arbeitnehmervertretung im SAP- Aufsichtsrat könne einen Betriebsrat nicht ersetzen, sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die freiwilligen Regelungen, die SAP mit den Arbeitnehmern abgeschlossen habe, seien im Ernstfall wenig wert.

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