
BrüsselDie EU erhöht den Druck auf Google: Im Streit um Googles Suchmaschinen-Geschäft verlangt die EU-Kommission von dem Internetriesen mehr Zugeständnisse, um einer Milliarden-Strafe zu entgehen. „Wir werden Google wahrscheinlich (...) auffordern, seine Vorschläge nachzubessern“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Dienstag im Brüsseler Europaparlament.
Der Vorwurf in dem Kartellverfahren lautet, dass Google bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste vor Konkurrenzangeboten bevorzugt. Dabei geht es etwa um spezialisierte Bereiche wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Hotelsuche. Konkurrenten wie Microsoft hatten sich über diese ihrer Meinung nach unlauteren Geschäftspraktiken in Brüssel beschwert. Google hat in europäischen Ländern zum Teil über 90 Prozent Marktanteil bei der Internet-Suche.
Auf Druck aus Brüssel hatte der US-Konzern angeboten, fünf Jahre lang eigene Dienste deutlicher zu markieren und mehr Links zu Webseiten der Wettbewerber anzuzeigen. Insgesamt machte der Konzern in vier Punkten - auch der Werbung - Zusagen. Diese reichen Brüssel aber nicht aus.
Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.
Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: Massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.
Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandsteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.
Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.
Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.
Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 ist die Hardware-Produktion eingestiegen. Bislang belastet die Sparte allerdings die Bilanz mit Verlusten.
Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.
Rivalen wie die Unternehmensinitiative ICOMP und die Organisation Fairsearch halten die Zugeständnisse für zu schwach. Konkurrenten, Verbände und Nutzer erhalten laut EU-Kommissar Almunia nun bis Ende Juni einen Monat mehr Zeit, um die Zusagen zu kommentieren. Er hofft, eine Einigung mit Google zu erzielen, „so dass wir die Probleme bis Jahresende gelöst haben werden“. Falls nicht, werde er nicht zögern, „eine negative Entscheidung zu treffen“.
Die EU-Kommission hatte im November 2010 ein Kartellverfahren gegen Google eröffnet und droht mit einer hohen Geldbuße von maximal zehn Prozent des Umsatzes. Brüssel will verhindern, dass der US-Konzern seine Marktposition missbraucht. In den USA waren ähnliche Ermittlungen der amerikanischen Wettbewerbshüter für Google glimpflicher ausgegangen.
In Europa gehen die Konkurrenten inzwischen auch gegen das Google-Betriebssystem Android für Smartphones und Tablets vor. Ihre Beschwerden liegen in Brüssel vor. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir eine öffentliche Untersuchung zu dieser Sache eröffnen“, sagte Almunia.

Sorry an den Autor dieses Artikels, aber ich muß meinen Frust über die zunehmende Zensur im HB loswerden (und ein bischen paßt es ja hier zum Thema auch).
Gerade habe ich den untenstehenden Kommentar zum "ungehobenen Schatz an Migranten" schreiben wollen, da merkte ich beim Abschicken, daß die Kommentarfunktion gerade in diesem Moment wieder geschlossen wurde (und zwar ohne daß es irgendwelchen extreme Kommentare gab).
Man bemerke die Ironie des Ganzen, weil ich gerade im Kommentar loben wollte, daß diese Funktion hier offen blieb. Der Kommentar:
Es sei hier mal ausdrücklich gelobt, daß die Kommentarfunktion bei diesem Migrationsartikel, ein Reizthema also, angeschaltet blieb - was heutzutage nicht mehr Standard ist.
Nicht nur im Handelsblatt, sondern offenbar auch in anderen Medien des deutschen fünf- oder sechsköpfigen Medienkartells findet nämlich seit ca. 2 Wochen wieder ein Anlauf zur verstärten Zensur bei den grün- bzw. blausozialistischen (blau=EU) Lieblingsthemen statt. Vielleicht ist es ja auch schon vorauseilender Gehorsam gegenüber dem diskutierten EU-Vorhaben EU-feindliche Meinungen unter Strafe zu stellen (ja genau so wie im Mittelalter - wobei ich nicht weiß, ob auch der Scheiterhaufen als Strafe vorgesehen ist).
Möglicherweise wurde dies auch im Hinblick auf die Bundestagswahl ganz oben so vereinbart.
Dem möchte ich nur noch den in einem Blog (mittlerweile die 5 Gewalt und dringend nötig) gefundenen Kommentar hinzufügen: "Zensur ist die letzte Verteidigungslinie eines untergehenden Regimes"
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