Streit um Terminierungsentgelte
Deutschen Mobilfunkern droht Regulierung

In der Mobilfunkbranche bahnt sich ein neuer Streit über die Preispolitik der Unternehmen an. Dabei geht es um die Höhe der Gebühren, die die Anbieter für das Weiterleiten von Festnetzgesprächen auf das Handy verlangen.

HB DÜSSELDORF. Im Gespräch mit dem Handelsblatt forderte Michael Krammer, der neue Chef von E-Plus, dass die kleinen Anbieter künftig wesentlich mehr Geld dafür verlangen dürfen als die Großen. Damit blockiert er voraussichtlich eine Vereinbarung, die die Konkurrenten anstreben.

Auf Druck der Bundesnetzagentur waren die Unternehmen offenbar bereit, die so genannten Terminierungsentgelte auf unter zehn Cent zu senken. Bisher erhalten E-Plus und O2 12,4 Cent pro Minute für Festnetzanrufe in ihr Netz, T-Mobile und Vodafone elf Cent. Einigen die vier deutschen Mobilfunker sich nicht bis Freitag, will die Bundesnetzagentur die Gebühren erstmals regulieren. Sie hatte den Unternehmen diese Frist für eine einvernehmliche Lösung gesetzt.

In Branchenkreisen hieß es, alle Anbieter mit Ausnahme von E-Plus könnten sich auf Beträge unter zehn Cent und den bisherigen Unterschied von 1,4 Cent zwischen kleinen und großen Betreibern einigen. Krammer aber pocht darauf, dass die kleinen Anbieter deutlich mehr Geld erhalten als die Großen. Dies sei nötig, um Schützenhilfe im Kampf um Marktanteile zu erhalten. Dann könnten auch die Minutenpreise weiter sinken.

„Bei den Preisen für Vertragskunden herrscht in Deutschland die totale Stagnation“, sagt Krammer dem Handelsblatt. „Das liegt vor allem an der passiven Regulierung.“ In Deutschland ist der Mobilfunk bisher vollkommen unreguliert.

Gegen den Vorstoß von Krammer läuft René Obermann, Chef des Marktführers T-Mobile, Sturm. „Das ist nicht nachvollziehbar, weil die E-Plus-Mutter KPN sich als Marktführer in den Niederlanden genau für das Gegenteil einsetzt.“ Zudem gebe es in Europa kein Land, in dem die Unterschiede zwischen den kleinen und großen Betreibern angestiegen seien. Vielmehr würden sie nach und nach aufgehoben. Ursprünglich war die Differenz als Starthilfe für junge Unternehmen gedacht, die später auf den Markt gekommen waren als die großen Konzerne.

„E-Plus ist jetzt zwölf Jahre im Markt - da ist nun wirklich kein Spielraum mehr für eine Quer-Subventionierung mit Terminierungs-Entgelten“, sagt Obermann. Die Terminierungsentgelte machen seinen Angaben zufolge zehn bis 15 Prozent des Umsatzes aus. Eine Reduzierung bedeutet für die Anbieter bei gleich bleibenden Kosten deshalb erhebliche Einbußen.

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