Streit um Vergabe von Sportrechten
Premiere will gegen Öffentlich-Rechtliche vorgehen

Streit um die Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele 2010 und 2012: Der PayTV-Sender Premiere will noch in diesem Jahr gegen die Vergabe der Sportrechte an dei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorgehen. „ARD und ZDF betreiben eine gnadenlose Marktverstopfung“, so Sender-Chef Georg Kofler. Gleichzeitig plädierte er für eine Senkung der Rundfunkgebühren von derzeit etwa 16 auf zehn Euro.

HB MÜNCHEN. Der PayTV-Sender Premiere will bei der EU-Kommission gegen die Vergabe von Sportrechten an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorgehen. Die Münchener hatten seit längerem juristische Schritte geprüft, sich bislang aber nicht für konkrete Maßnahmen entschieden.

„Premiere wird noch in diesem Jahr Wettbewerbsbeschwerde über die Vergabe der Olympia-Rechte an die EBU einreichen“, sagte Senderchef Georg Kofler dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ einem am Mittwoch veröffentlichten Vorabbericht zufolge.

Premiere hatte dem Blatt zufolge rund 200 Millionen Euro für die Rechte an den Olympiaden 2010 und 2012 geboten - den Zuschlag für die deutsche Ausstrahlung erhielten aber ARD und ZDF für 115 Millionen Euro. Beide Sender sind Teil der European Boradcasting Union (EBU), einem Zusammenschluss von 124 nationalen öffentlich-rechtlichen Anstalten. Kofler bezeichnete in dem Interview die EBU erneut als „Einkaufskartell“. „ARD und ZDF betreiben eine gnadenlose Marktverstopfung“, ergänzte er.

Die eigentlich gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender konkurrieren immer stärker mit den privaten Anbietern im Werbemarkt. Auch wegen ihrer finanziell besseren Ausstattung konnten sie zudem zuletzt mehrfach attraktive Sport-Senderechte den Privaten vor der Nase wegschnappen.

„Den Privaten bleibt gar keine andere Wahl, als die Expansion von ARD und ZDF immer konsequenter zu bekämpfen“, sagte Kofler, der sich den Kampf gegen die Öffentlich-Rechtlichen auf die Fahne geschrieben hat. Er plädierte dafür, die Rundfunkgebühren von derzeit etwa 16 auf zehn Euro zu senken. Zugleich solle Werbung in ARD und ZDF verboten werden - eine Forderung, die auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) schon mehrfach vertreten hat.

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