Streit um Verlag
Grünes Licht für Suhrkamps Sanierungsplan

Seit acht Jahren liefern sich die Suhrkamp-Gesellschafter einen erbitterten Machtkampf. Nun gibt es endgültig grünes Licht für das Sanierungskonzept des Traditionshauses. Die Umsetzung soll endlich für Ruhe sorgen.
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Berlin Nach einem beispiellosen gerichtlichen Hickhack kann der angeschlagene Suhrkamp Verlag sein Sanierungskonzept umsetzen. Das Landgericht Berlin gab dem Traditionshaus endgültig grünes Licht für die geplante Umwandlung von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft.

Das geht aus einem Beschluss vom 20. Oktober hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Der Mitgesellschafter Hans Barlach, der 39 Prozent am Verlag hält, verliert damit weitreichende Mitspracherechte.

Der Hamburger Medienunternehmer, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, ist seit Jahren mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zutiefst zerstritten. Die Witwe des einstigen Firmenpatriarchen Siegfried Unseld hält 61 Prozent der Anteile.

Der Verlag geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die wesentlichen Maßnahmen des Sanierungsplans nun im ersten Quartal des kommenden Jahres umgesetzt werden können. Man treffe derzeit entsprechende Vorbereitungen, hieß es.

Für Barlachs Schweizer Medienholding sagte Verwaltungsratspräsident Carl Ulrich Mayer auf Anfrage, man werde die Entscheidung prüfen. „Wir halten jede Lösung für sinnvoll, die das Fortkommen des Verlages sichert.“

Das Landgericht hatte mit seinem Beschluss eine Beschwerde Barlachs gegen den Sanierungsplan von Unseld-Berkéwicz zurückgewiesen. Die Nachteile einer Planverzögerung überwögen die Nachteile für Barlach, befand die Kammer. Eine weitere Beschwerde wurde nicht zugelassen.

Nach Angaben des vom Verlag bestellten Sachwalters Frank Kebekus kann damit die Änderung der Rechtsform des Verlags vollzogen werden. Zudem muss das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg das im August 2013 eröffnete Insolvenzverfahren noch aufheben. Dies sei jedoch ein rein formaler Akt, weil das Gericht dem Plan ja schon im Januar zugestimmt habe, so Kebekus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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