Streit um Wildfarm in Südafrika
MG zieht Klage gegen Happel zurück

Der Frankfurter Chemie- und Anlagenbaukonzern MG Technologies hat seine Klage gegen seinen Großaktionär Otto Happel im Zusammenhang mit einer Wildfarm in Südafrika zurückgezogen. Damit sind von MG-Seite aus nun alle Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Frankfurter Traditionsunternehmen und Happel beigelegt.

Reuters FRANKFURT. „Wir haben die Klage im Zusammenhang mit der Wildfarm Ende vergangener Woche zurückgezogen“, sagte ein MG-Sprecher am Montag in Frankfurt. Damit seien nun von MG-Seite aus sämtliche Klagen der Firma gegen Herrn Happel vom Tisch, ergänzte er und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Financial Times Deutschland“. Der neue Vorstand um Herrn Stark habe Wert darauf gelegt, dass die Rechtsstreitigkeiten mit Herrn Happel bald geklärt würden und der Konzern wieder zu seinem normalen Geschäft zurückkehren könne. Unternehmensnahe Kreise gehen davon aus, dass nun auch die noch anhängigen Klagen von Happel gegen die MG bald geklärt werden. „Hier ist man auf gutem Weg, kurzfristig zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen“, hieß es in den Kreisen.

Unter dem ehemaligen Konzernchef Kajo Neukirchen lag die MG mit ihrem Großaktionär im Dauerstreit, der jahrelang auch die Gerichte beschäftigte. Happel, einst Mehrheitseigentümer des von der MG übernommenen Bochumer Anlagenbauers Gea, hatte zudem die Neukirchen-Strategie wiederholt kritisiert. Mit der überraschenden Verdoppelung seiner MG-Anteile auf rund 20 % war Happel unlängst zum größten Einzelaktionär aufgestiegen. Neukirchen war daraufhin zurückgetreten. Seit Juni lenkt nun der ehemalige Chef des einstigen Maschinenbau- und Messtechnikkonzerns Agiv, Udo Stark, die Geschicke des MG-Konzerns.

Bei der jetzt von MG-Seite beigelegten Klage war es um die private Nutzung einer Wildfarm in Südafrika gegangen, die vor der Übernahme des Anlagenbauers Gea von einer Gea-Tochter gepachtet worden war. Bei den noch anhängigen Klagen von Happel gegen die MG geht es unter anderem um eine Sonderprüfung der MG-Bilanz 1999/2000. Happel hatte der alten MG-Führung unter Neukirchen unter anderem vorgeworfen, ihn über die Lage des Konzerns beziehungsweise der MG-Tochter Lurgi getäuscht und Bilanzen manipuliert zu haben. Die MG-Führung um ihren Ex-Vorstandschef Kajo Neukirchen hatte dies jedoch stets entschieden zurückgewiesen. 

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%