Streit ums Erbe
Springer-Enkel rechnet mit der Familie ab

Verlagsgründer Springer würde Anfang Mai 100 werden, die Feierlichkeiten sind schon geplant - da bahnen sich Streitigkeiten an: Enkel Axel Sven Springer fühlt sich von Friede Springer beim Erbe hintergangen.
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DüsseldorfAm 2. Mai, dem 100. Geburtstag des Verlegers und „Bild“-Erfinders Axel Cäsar Springer, wird es in der Berliner Ullsteinhalle um 18 Uhr das große Wiedersehen der Kontrahenten geben. Dann trifft Axel Sven Springer – von Freunden „Aggi“ genannt – auf seine Stiefmutter Friede Springer und Testamentsvollstrecker Bernhard Servatius.

Die Konzernführung gibt sich alle Mühe, das Jubiläum zu einem glanzvollen Fest werden zu lassen. Für die gute Laune sollen beschwingte Melodien von Max Raabe und seinem Palastorchester sorgen. Doch Heiterkeit und Ausgelassenheit werden es sehr schwer haben. Denn Enkel „Aggi“ sorgt mit seiner Buchveröffentlichung für Ärger.

Unter dem provokativen Titel „Das neue Testament“ rechnet der einzige Enkel des legendären Verlegers mit Servatius und Friede Springer ab. Er fühlt sich um sein Erbe betrogen. Detailliert schildert der gelernte Journalist, wie das letzte gültige Testament seines Großvaters auf Initiative des Testamentsvollstreckers Servatius so verändert wurde, dass er 80 Prozent seiner Erbschaft verlor. „Dass dieses Buch nicht jeden glücklich macht, ist nicht Axel Sven Springers Schuld“, sagte sein Verleger Till Tolkemitt dem Handelsblatt – in Anspielung auf den fast zehnjährigen Rechtsstreit.

Am 22. Januar 2008 sprach das Oberlandesgericht Hamburg das Urteil in dem Erbschaftsstreit. Seine Stiefmutter mit ihrem Vertrauten Servatius hatte endgültig auf ganzer Länge gesiegt. „Das Urteil, das ich drei Tage später in den Händen hielt, las sich wie eine 59 Seiten lange Ohrfeige“, erinnert er sich in seinem 288 Seiten dicken Buch, das in dieser Woche zu einem Preis von knapp 20 Euro in den Handel kommen wird.

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„Ich fühlte und fühle mich getäuscht“

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  • Friede Springer war einst Kindermädchen im Hause Springer, bis sie sich den Alten angelte.
    Nach dem Tod von Axel Springer wurde sie somit Konzernchefin und genießt ihre Macht.
    Hat man ja oft, wenn solche Leute nach oben kommen.
    Ist bei der Familie Mohn eben so

  • Auf soviel Geldgeilheit auf Geld, an welchem Blut klebt, gehört nur eine Antwort: Verlust !

  • Von der Ferne betrachtet schaut es ganz so aus, als habe sich die damalige Haupterbin mit Hilfe der Testamentsvollstreckung der evtl. lästigen Nebenerben durch Winkelzüge entledigt. Sicherlich, man hat ein paar Prozente behalten - aber zu sagen hat man nix und "Friede" ist die Gewinnerin bei der ganzen Sachlage. Das man vor Gericht hier keine Chance hat dürfte klar sein. Einen damals 19jährigen zu beeinflussen viel den beteiligten damals sicherlich relativ leicht. Dies mag nun alles juristisch korrekt sein, aber menschlich ?

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