Studie von A.T. Kearney
120 000 IT-Jobs stehen auf der Kippe

Die Informationstechnik gilt gemeinhin als eine der Zukunftsbranchen; gute Leute werden händeringend gesucht. Das schöne Bild wird aber von einer Studie der Beratungsfirma A.T. Kearney getrübt. Danach werden bis 2011 in den IT-Abteilungen deutscher Konzerne bis zu 120 000 Stellen wegfallen. An mangelnder Arbeit liegt dies nicht.

FRANKFURT. Gründe für den Wegfall der Stellen sind die Automatisierung sowie die Auslagerung von Routineaufgaben an Dienstleister. „Die konzerneigenen IT-Abteilungen stehen vor ihrem bislang massivsten Umbau“, sagt Holger Röder, Vice President und Mitglied der Geschäftsleitung bei A.T. Kearney.

In der IT-Branche wird seit langem über den Strukturwandel in der Unternehmens-IT diskutiert. „Die Unternehmensführer erwarten, dass die Informationstechnologie eine entscheidende Rolle bei der Erreichung ihres wichtigsten Ziels spielt: Wachstum. Das wissen die CIOs, haben aber bislang hier noch zu wenig unternommen“, warnte jüngst auch Martin Plessow, Analyst der Gartner Group.

Allerdings beschreibt A.T. Kearney Folgen in einer Dimension, die so noch nie formuliert wurde. Auf der Unternehmensseite mag sich denn auch keiner öffentlich zu dem Thema äußern. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen IT-Manager aber den gravierenden Umbruch und auch große personelle Folgen. „Das ist ein sehr heikles Thema, deshalb wird sich dazu keiner äußern“, sagte ein CIO (IT-Vorstand) eines großen Unternehmens.

Gewerkschafter widersprechen

Dagegen bezweifeln Gewerkschafter die Ausmaße. „Natürlich ist der Strukturwandel in den internen IT-Abteilungen der Unternehmen ein Thema. Aber der Saldo der Arbeitsplätze in der IT wird nach unseren Erkenntnissen am Ende anders aussehen“, sagte Hans-Joachim Weis, bei der IG Metall zuständig für die IT-Branche. Zwar sei es richtig, dass einfache IT-Tätigkeiten abgebaut oder verlagert würden. „Aber gleichzeitig steigt der Bedarf an höherwertigen Tätigkeiten, der auch durch Weiterqualifizierung in den Unternehmen gedeckt werden sollte“, argumentiert Weis.

Das freilich bestreiten die Experten von A.T. Kearney auch gar nicht. Für anspruchsvolle und zukunftsgerichtete IT-Projekte sowie das Management des IT-Outsourcing würden bis zu 25 000 neue Stellen in der IT geschaffen. „Gesucht werden Fachkräfte, die sowohl IT- als auch Wirtschafts- oder Branchen-Know-how haben“, sagteMarcus Eul, Principal und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei A.T. Kearney. Doch den Aderlass in den klassischen IT-Bereichen würde das aber nicht kompensieren können. Im Saldo bleibe ein Abbau von 120 000 Arbeitsplätzen.

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