Subventionen
Österreichs Rundfunk ruft nach Staatshilfe

Der TV-Konzern ORF hängt tief in den roten Zahlen. Jetzt soll die Politik die Gebühren erhöhen und so mehr Subventionen zuschießen. Außerdem will der Sender bis 2011 jeden zehnten Mitarbeiter entlassen um wieder in die Gewinnzone zurück zu kehren.
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WIEN. Beim krisengebeutelten Österreichischen Rundfunk (ORF) stehen die Zeichen auf wirtschaftlichem Neuanfang. Die öffentlich-rechtliche Anstalt verspricht die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, fordert allerdings politische Unterstützung und mehr Einnahmen aus Gebühren. "Wir budgetieren für 2010 eine schwarze Null", sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Handelsblatt. Für dieses Jahr rechnet er noch mit einem Verlust von 50 Mio. Euro. Ursprünglich hatte das Management nur 30 Mio. Euro Miese prognostiziert. "Doch primär der schlechte Werbemarkt und die Aufwendungen für den Personalabbau waren die Gründe für den Überzug", sagte der ORF-Chef. Der Sender wird bis 2011 wohl 440 Stellen abbauen. Das sind 13 Prozent der ORF-Belegschaft.

Lang geplante Personaleinschnitte

Der ORF arbeitet bereits seit längerem daran, die hohen Personalkosten zu kappen. Vor zwei Jahren belief sich der Personalaufwand noch auf 400 Mio. Euro. Für kommendes Jahr plant der Wiener Fernsehkonzern, 330 Mio. Euro an Gehältern auszugeben. Der Sender will die Mitarbeiterzahl auf insgesamt 3 000 absenken. Für das nächste Jahr wurde für die Beschäftigten eine Nullrunde vereinbart. In der Branche kommt das Sparprogramm gut an. "Der ORF hat zwar noch viele Hausaufgaben zu machen. Denn in der Technik und beim Rechteeinkauf gibt es noch viele Effizienzpotenziale. Doch ein erster Schritt ist getan", sagt ein langjähriger Fernsehmanager, der früher beim ORF war.

Wrabetz arbeitet daran, den ORF schlagkräftiger zu machen. In vielen Fällen soll beispielsweise künftig von Zwei-Mann-Kamerateams auf Ein-Mann-Teams umgestiegen werden.

Der ORF leidet vor allem darunter, dass die Summe der Gebührenzahlungen sinkt. Die Finanzkrise und die damit steigende Arbeitslosigkeit fordern auch vom Staatssender ihren Tribut. Nach eigenen Angaben entgehen dem ORF durch Gebührenbefreiungen jährlich mehr als 60 Mio. Euro. "Wir fordern daher eine Refundierung dieser Mittel", sagt Wrabetz. Bis 2001 wurden die Ausfälle vom Staat ersetzt, die Regelung wurde aber dann gekippt.

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  • Herzlichen Glückwunsch zur heutigen Headline!
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    Subventionen:
    Österreichs Rundfunk ruft nach Staatshilfe
    Der TV-Konzern ORF hängt tief in den schwarzen Zahlen.
    Unquote

  • tief in den schwarzen Zahlen, besser als tief in den roten Zahlen

  • "Der TV-Konzern ORF hängt tief in den schwarzen Zahlen."

    Was ist so schlimm daran, wenn man in den schwarzen Zahlen ist?

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